Das Mädchen und die Spinne

Das Mäd­chen und die Spinne.

Lisa zieht aus der gemein­samen Wohnge­mein­schaft mit Mara aus. Wir befind­en uns in Maras neuer Woh­nung, Fam­i­lie, Fre­unde helfen beim Umzug, dabei die Woh­nung herzuricht­en, Möbel zu schlep­pen. Nach­barn kom­men vor­bei, die Kinder, die im Haus wohnen, ein Hund. Man sieht ver­liebte Nach­barn auf dem Balkon gegenüber, es scheint eine sehr angenehme, eng ver­bun­de­nen Haus­ge­mein­schaft zu sein. Nur Mara ist in ein­er beson­deren Sit­u­a­tion. Sie möchte nicht darüber sprechen, aber immer­hin hat sie für Mara einen Grun­driss der Woh­nung ent­wor­fen. Am lieb­sten würde sie sich im Bad einsper­ren, und mit nie­man­dem reden. Es geht um ein biss­chen Schim­mel an der Wand, lauter All­t­agsandeu­tun­gen, ein leicht­es Lüftchen, das durch die Woh­nung pustet und Lisas Grun­driss sich im Luftzug bewe­gen lässt. Das Licht scheint manch­mal here­in. Aber Lisa, Lisa möchte am lieb­sten schweigen, sagt der Nach­barin nicht guten Tag. Aber irgend­was bewegt sie, irgend­was geht in ihr vor. Irgend­wann ent­deckt sie eine Spinne und lässt sie auf ihrem Arm herum­laufen. Und die zweite Begeg­nung, die Lisa mit pos­i­tiv­en Gefühlen erfüllt, ist die mit der Nach­barstochter.

DAS MÄDCHEN UND DIE SPINNE ist ein Film der bei­den Brüder Ramon und Sil­van Zürcher. Sil­van erzählt, wie es zur Entwick­lung des Stoffs kam: „Die Inspi­ra­tion für ‚Die Spinne‘ war tat­säch­lich ein reales Ereig­nis: Ramon und ich haben in Berlin ein paar Jahre zusam­menge­wohnt, bis er dann aus­ge­zo­gen ist. Dieses räum­liche Auf­brechen ein­er sym­bi­o­tis­chen Grund­si­t­u­a­tion war die Aus­gangslage für die Geschichte, in der es vor allem um Tren­nung und Vergänglichkeit geht.“

Über seine filmis­chen Vor­bilder berichtet Ramon: „Mich beein­druckt das Schaf­fen von Angela Schan­elec. Bei ihren sehr per­sön­lichen und eigen­willi­gen Fil­men habe ich oft das Gefühl, Men­schen zu begeg­nen. Die Mis­chung aus for­maler Strenge und großer Sen­si­bil­ität und das Unberechen­bare der Erzäh­lung beleben mich, machen mich glück­lich. Auch Bres­son und seine verdichtete Film­sprache sowie der Umgang mit Kör­p­er und Psy­che bei Bergman und Anto­nioni inspiri­eren mich immer wieder aufs Neue sehr.“

Der Film wird Teil ein­er filmis­chen Trilo­gie wer­den. Der erste Teil war „Das merk­würdi­ge Kätzchen“, der 2013 auf der Berli­nale zu sehen war. Teil drei wird „Der Spatz im Kamin“ heißen.

DAS MÄDCHEN UND DIE SPINNE ist ein wun­der­voll berühren­des Werk, das von den großar­ti­gen Schaus­piel­ern und von den wun­der­vollen Andeu­tun­gen lebt, die das Drehbuch aus­machen. Es sind die kleinen Szenen, die Wun­der des All­t­ags, der tiefe Blick in die Fig­uren hinein, die ein träumerisches, wun­der­volles, anrühren­des Gesamtkunst­werk aus dem Film machen. Die kleinen Gesten, die Mimik, Ton, Sound­track, Bild, Licht, Buch usw. – alles fügt sich zusam­men.

DAS MÄDCHEN UND DIE SPINNE

ein Film von Ramon und Sil­van Zürcher

Schweiz 2021, 98 Minuten, deutsche Orig­i­nal­fas­sung

mit Hen­ri­ette Con­fu­rius, Lil­iane Amu­at, Ursi­na Lar­di u.a.

Zu sehen auf AMAZON PRIME.

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