Azazel Jacobs’ Film FRENCH EXIT

FRENCH EXIT.

„Mein Plan war zu ster­ben, bevor mir das Geld aus­ge­ht“, sagt Frances Price (Michelle Pfeif­fer), die selt­same, schwierige Witwe und feine Dame aus der New York­er – der Man­hat­tan­er – High Soci­ety. Aber der Plan geht nicht auf. Ihr ver­schwen­derisch­er Lebensstil sorgte dafür, dass das Geld alle ist, aber sie noch mit­ten im Leben ste­ht. Gear­beit­et hat sie noch nie. Der baldige Ruin dro­ht. Panik ist ange­bracht, doch sie behält die Con­te­nance. Ihr Anwalt rät ihr, sofort alles von dem zu verkaufen, was sie noch besitzt. Die Gerüchte machen schon die Runde. Die einzige Ret­tung ist die Flucht nach Paris, um dort in der Woh­nung ein­er Fre­undin unterzukom­men.

Mal­colm, ihr Sohn, um den sie sich lange nicht geküm­mert hat, ist in einem Abhängigkeitsver­hält­nis zu ihr. Selb­st seine Ver­lobte Susan wird er ver­lassen, um mit sein­er Mut­ter nach Frankre­ich zu gehen.

Also fahren Frances, Mal­colm – und der schwarze Kater Small Frank, den Frances für die Inkar­na­tion ihres ver­stor­be­nen Ehe­mannes hält, zum Hafen, besteigen ein Schiff nach Europa und set­zen über. Auf dem Schiff machen sie bemerkenswerte Bekan­ntschaften. Mal­colm schläft mit der jun­gen Wahrsagerin Made­line, die ein­er alten Dame den Tod prophezeite, der dann prompt ein­trat, der Schiff­sarzt, der Mal­colm die bere­its gut gefüllte Leichenkam­mer des Schiffes vor­führt.

Und so begin­nt ihr neues Leben in Paris. Sie begeg­nen der ein­samen Witwe Mme Rey­nard, die aus New York stammt und Gesellschaft sucht. Aber Frances kann nichts mit ihr anfan­gen. Der­weil trauert Mal­colm, der meist mit seinem Fahrrad ziel­los durch Paris fährt, sein­er Ver­lobten hin­ter­her. Und Kater Frank ver­schwindet plöt­zlich. Um ihn wiederzufind­en, braucht Frances die Hil­fe von Mme Rey­nard, von Made­line, der „gevögel­ten Hexe“ und von einem Pri­vat­de­tek­tiv. Gesagt, getan, der Detek­tiv stöbert Made­line auf, die nun mit­tels ihrer hellse­herischen Fähigkeit­en raus­find­en muss, wo der Kater ist. Gle­ichzeit­ig begin­nt die Aufar­beitung der Ver­gan­gen­heit der Fam­i­lie. Und dann taucht Frances‘ beste Fre­undin, die Besitzerin der Woh­nung, sowie Mal­colms Ex-Ver­lobte Susan in Paris auf.

Der Regis­seur Azazel Jacobs blickt bish­er noch auf ein recht schmales Oeu­vre zurück, zu seinen Fil­men gehört u.a. Momma’s Man, der 2008 in Sun­dance uraufge­führt wurde, Ter­ri, der eben­falls in Sun­dance zu sehen war und zulet­zt The Lovers (2017) mit Debra Winger. FRENCH EXIT begin­nt mit Pow­er, Tem­po, Michelle Pfeif­fer, aber auch der Rest des Casts überzeugt. Ein biss­chen ver­liert der Film dann in Paris an Ziel­rich­tung. Nicht so recht mag man lange erken­nen, wohin der Hase läuft, und das Tem­po ist dann auch erst­mal gedrosselt. Das ist zwar in der Geschichte gut begrün­det, den­noch ver­spricht der New York­er Anfang etwas, was dann lange nicht kommt. Trotz allem lohnt sich der Film wegen sein­er wun­der­vollen, skur­rilen Fig­uren, die mit leichtem Strich geze­ich­net sind.

FRENCH EXIT war beim Berli­nale Sum­mer Spe­cial 2021 zu sehen, jet­zt auf Ama­zon Prime.

Laufzeit 113min
Regie: Azazel Jacobs
Darsteller: Michelle Pfeif­fer, Lucas
Hedges, Tra­cy Letts
Orig­inalti­tel: French Exit

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