DRIVE MY CAR von Ryusuke Hamaguchi

DRIVE MY CAR

KURZTEXT

Ein Regisseur und seine junge Fahrerin begeben sich auf einer langen Autofahrt auf die Suche nach den dunklen Geheimnissen ihrer Vergangenheit. Nach einer Erzählung von Haruki Murakami.

KRITIK

Nach dem Tod ihrer kleinen Tochter haben der Theaterschauspieler und –regisseur Yusuke (Hidetoshi Nishijima), und seine Frau Oto (Reika Kirishima), eine Drehbuchautorin, keine Kinder mehr bekommen. Gemeinsam verarbeiten sie im Geschichtenerzählen ihre Trauer. Eines Tages entdeckt er Oto beim Sex mit dem jungen, bekannten Schauspieler Koshi, verheimlicht ihr aber seine Beobachtung. Da bittet Oto ihn um ein wichtiges Gespräch, doch bevor es dazu kommt, stirbt sie an einer Hirnblutung und nimmt ihr Geheimnis mit ins Grab.

Zwei Jahre später. Bei einem Festival in Hiroshima, wo Yusuke Tschechows „Onkel Wanja“ inszeniert, wird ihm die junge Fahrerin Misaki (Toko Miura) zur Verfügung gestellt. Beim Casting spricht auch Koshi vor, dem Yusuke überraschend die Titelrolle gibt, obwohl er dafür zu jung und zu untalentiert ist. Die Proben sind mühselig, aber mit der Zeit gelingt es Yusuke, aus Koshi mehr herauszuholen. Doch da nimmt die Polizei den Schauspieler fest, weil er für den Tod eines jungen Mannes verantwortlich sein soll. Die Aufführung kann nun nur gerettet werden, wenn Yusuke selbst die Hauptrolle übernimmt. Um herauszufinden, ob er dazu bereit ist, begibt er sich mit seiner Fahrerin auf eine lange Autofahrt, auf der sie sich gegenseitig von ihren dunklen Geheimnissen und quälenden Erinnerungen erzählen.

Ryusuke Hamaguchis Filme waren bisher vor allem auf Festivals zu sehen, dabei erhielt zuletzt „Wheel of Fortune and Fantasy“ den Silbernen Bären der Berlinale, „Drive my Car“ wurde in Cannes für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Die Geschichte verlangt dem Zuschauer einiges ab, ist manchmal spröde und sperrig, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man belohnt mit einem Film, der dem Leben so nah ist und in dem es um so viel geht: um den Umgang mit Tod, Schuld, Trauer, aber auch darum, wie man zurück ins Leben findet. In der Figur der jungen Chauffeurin Misaki steckt so viel Lebensweisheit. Energisch versucht sie, Yusuke die Augen über die Wunden seiner Vergangenheit zu öffnen. Und ohne zu viel zu verraten bleibt zu erwähnen, dass die Schlussszenen des Films zum Stärksten gehören, was dieses Kinojahr zu bieten hat.

ZITAT

Die Schlussszenen gehören zum Stärksten, was dieses Kinojahr zu bieten hat…

Drive my Car
J 2021 Doraibu mai ka

START
23.12.2021

REGIE
Ryusuke Hamaguchi

FILMOGRAPHIE
2021 Wheel of Fortune and Fantasy
2015 Happy Hour

DREHBUCH
Ryusuke Hamaguchi
Haruki Murakami
Takamasa Oe

DARSTELLER
Hidetoshi Nishijima
Reika Kirishima
Toko Miura
Masaki Okada
Park Yurim

KAMERA
Shinomiya Hidetoshi

MUSIK
Eiko Ishibashi

LÄNGE
179 min.

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