PLAN F von Ina Balon bei den Hofer Filmtagen 2025

In Polen ist die Regis­seurin Ina Balon geboren, aufgewach­sen ist sie in Bre­men und München, heute lebt sie aber in Berlin. PLAN F ist ihr Regiede­büt, abgehse­hen von ihrem Kurz­film FRANKAS MONSTER, der auch schon bei den Hofer Film­ta­gen lief, 2023. Aber beim Film tätig ist sie seit eini­gen Jahren, näm­lich als Assis­tentin von Dominik Graf, bei drei Polizeirufen sowie bei FABIAN – DER GANG VOR DIE HUNDE, der Käst­ner-Ver­fil­mung aus dem Jahr 2019 und bei MEIN FALKE aus dem Jahr 2022. Balons Lang­filmde­büt ist also auch wieder in Hof zu sehen. „PLAN F ist eine Liebe­serk­lärung an das Scheit­ern”, meint Balon. „An Geschwis­ter, die sich has­sen, lieben, einan­der ner­ven und doch nicht voneinan­der loskom­men. Fran­ka lebt laut, Maya lebt leise. Bei­de haben sich ver­loren und hal­ten sich fest. Mich inter­essiert der Moment, in dem aus Trotz Nähe wird, aus Rei­bung Erken­nt­nis und aus Wut vielle­icht so etwas wie Hoff­nung. Fig­uren, die sich nichts mehr vor­ma­chen kön­nen. Fran­ka und Maya sind keine Heldin­nen, sie sind Frauen mit Stolz und einem ziem­lich kaput­ten Humor. Ihre Dynamik ist voller Wider­sprüche: Nähe und Über­forderung, Spott und Schutz, Liebe und Langeweile. ”

Fran­ka und Maya, ein gegen­sät­zlich­es Geschwis­ter­paar. Gespielt wer­den die bei­den von Bär­bel Schwarz (zulet­zt in IN DIE SONNE SCHAUEN zu sehen) und Ursu­la Ren­neke (spielte schon in TONI ERDMANN, MORGEN SIND WIR FREI und zulet­zt in der Minis­erie RESET – WIE WEIT WILLST DU GEHEN?).

Fran­ka ist wild, laut, aktiv und fordert ihre Schwest­er Maya auf, endlich mitzukom­men und unternehmungslustiger zu wer­den. Maya will jedoch nicht, dass sich etwas verän­dert. Sie will ihre Ruhe, lebt noch bei den Eltern und da will sie auch bleiben, möglichst keine Action. „Komm raus aus deinem Depriloch”, sagt Fran­ka zu ihrer Schwest­er. Weil Fran­ka hat Maya möglicher­weise ein Zim­mer. In Berlin, in der Oranien­straße. Wenig­stens fährt Maya noch zum S‑Bahnhof, weil eigentlich hat sie die Nase von ihrer Schwest­er voll. Aber dann, aber dann… lan­det Diesel im Ben­zin­er von Maya. Fran­ka macht Anhal­ter und wil­len­los lässt sich Maya von ihrer Schwest­ern nach Berlin mitschlep­pen, und so sitzen sie schon bald in der S‑Bahn in die Haupt­stadt. Und damit begin­nt ein chao­tis­ch­er Road­trip, mit aller­lei illus­tren Begeg­nun­gen: eine Fahrkartenkon­trolleurin, zum Beispiel. Und schon bald ste­hen die bei­den am Kot­ti. Alte Bekan­ntschaften laufen ihnen über den Weg, ein Stre­it fol­gt auf den anderen. Kann es zur Ver­söh­nung kom­men?

„PLAN F ist kein Film über Ver­söh­nung, son­dern über das Rin­gen darum, sich nicht aus den Augen zu ver­lieren”, sagt Ina Balon. „Über Schwest­ern, die nicht wis­sen, wie man über Schmerz spricht und sich trotz­dem nicht gegen­seit­ig aufgeben wollen. Vielle­icht ist das schon genug.”

PLAN F ist ein schön­er klein­er Kreuzberg-Film, in dem es um Schwest­er­liebe und ‑feind­schaft, um Ver­söh­nung, um Auseinan­der­set­zung mit der eige­nen Ver­gan­gen­heit geht. Das ist manch­mal her­rlich skur­ril, bisweilen lustig, manch­mal schräg, aber hin und wieder auch mal ganz schön nervig. Egal, trotz­dem begleit­et man Fran­ka und Maya gerne bei ihrem kleinen Berlin­aben­teuer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert