
Manchmal entdecke ich in den Programmankündigungen von Filmfestivals heimlich kleine Reihen, die die Kuratoren des Festivals so vermutlich gar nicht sich ausgedacht haben. Eines meiner langjährigsten Hyperfokusthemen ist ja alles was mit Weltall, Raumfahrt und Astronomie zu tun hat und mittlerweile durchsuche ich regelmäßig die Ankündigungen von Filmfestivals danach, ob Filme darin vorkommen, die sich mit dem Weltall auseinandersetzen. Am liebsten sind mir dabei Filme, ob Dokumentar- oder Spielfilme, die aber nichts mit Science Fiction zu tun haben, sondern einfach nur so mit Raumfahrt oder Weltraumforschung. Aber zur Not nehme ich auch Science Fiction-Filme zur Kenntnis.
Mal sehen, was die diesjährige Edition des DOK Leipzig Filmfestivals zu diesem Thema zu bieten hat. Das Festival läuft vom 26. Oktober bis zum 1. November 2026 – und seit einigen Jahren ist es nicht mehr nur ein Dokumentarfilmfestival, sondern man bekommt auch einen Einblick in die Animationsfilmszene. In der 69. Ausgabe des Festivals sind insgesamt 217 Filme und XR-Arbeiten zu sehen. Insgesamt 76 Lang- und Kurzfilme, darunter 30 Weltpremieren, konkurrieren um die Goldenen und Silbernen Tauben. Sieben Goldene Tauben und zwei Silberne Tauben werden an die Gewinnerfilme in den Wettbewerben vergeben.
Und in der Tat gibt es gleich mehrere Filme mit Weltraumbezug:
Am spannendsten ist diesbezüglich sicher die Kurzfilmreihe „Animation Night: Outta Space”, eine Retrospektive von acht weltallbezogenen Kurzfilmen. MOON FLIGHT von Sándor Reisenbüchler aus dem Jahr 1975, 13 Minuten lang, erzählt ein slawisches Märchen, eine Legende, die später als „Hollow Moon”-Hypothese wieder aufgegriffen wurde. Reisenbüchler schuf einen hypnotischen, farbenreichen Kurzfilm, eine Filmcollage über die Reise einen Raumschiff ins Innere des Mondes.
BLACK RAIN, vier Minuten lang, aus dem Jahr 2009 ist aus NASA-Aufnahmen kompiliert, eine „fast voyeuristische Sicht des Weltalls, weit entfernt vom Glamour der Science-Fiction oder den sorgfältig kolorierten Bildern, die die NASA normalerweise für die Presse freigibt”, wie Ben Sassen im Festivaltext schreibt.
Vor den stroboskopartigen Lichteffekten des Animationsfilms WORLD von Jordan Belson warnt das Festival. Der Film ist sechs Minuten lang, hat keinen Dialog und stammt aus dem Jahr 1970. Sternentstehungen als bio-astronomisches Ereignis werden gezeigt.
GALAXIES ist eine Computeranimation von Lillian F. Schwartz aus dem Jahr 1974, GREEN PLANET erzählt von einem 28 Billiarden Kilometer von der Erde entfernten sandigen Wüstenplaneten in der Galaxie RK12, Toshio Matsumotos WHITE HOLE zeigt eine Reise zu einem Schwarzen Loch im Jahr 1979, SWARM hingegen ist ein recht zeitgenössischer Film, ebenso COSMONAUTS von Leo Černic, dem neuesten Film der Reihe.
Hier das detaillierte Programm der OUTTA SPACE-Reihe: https://www.dok-leipzig.de/composition/animation-night-outta-space