GERNSTLS REISEN – Auf der Suche nach irgendwas – ab 5. Oktober 2023 in den Kinos

Seit nun­mehr vierzig Jahren sind der Reporter und Regis­seur Franz Gern­stl, der Kam­era­mann HP Fis­ch­er und der Ton­mann Ste­fan Ravasz zusam­men für das Bay­erische Fernse­hen unter­wegs, und zwar für die leg­endäre, mehr mit Grimme-Preisen und Bay­erischen Fernseh­preisen belohnte Serie „Gern­stl unter­wegs“. Sie forschen nach Indi­viduen, schrä­gen Typen, aus­ge­fal­l­enen Leben­sid­een, span­nen­den Geschicht­en – und über­haupt nach dem Sinn des Lebens. „Gern­stl unter­wegs“ ist das Road­movie als Fernse­hdoku­men­tarserie – und so ist auch „GERNSTLS REISEN – Auf der Suche nach irgend­was” ein Road­doku­men­tarfilm über – ja was – jahrzehn­te­lange Män­ner­fre­und­schaften, die Neugierde am bay­erischen Leben, über Zufälle, Begeg­nun­gen, Men­schen. Gemein­sam Regie geführt haben bei dem Film Franz X. Gern­stl und sein Sohn Jonas Gern­stl. Franz und Jonas kochen zusam­men, reden über das Leben und der Vater ges­tat­tet einen tiefge­hen­den Ein­blick hin­ter die Kulis­sen des erfol­gre­ichen Fernse­htrios.

Papa Gern­stl erzählt, wie er zum Rum­fahren gekom­men war, näm­lich per Zufall, er ist in eine Tankstel­lenbe­sitzer­fam­i­lie hineinge­boren, und da gehörte rum­fahren qua­si zur beru­flichen DNA. Wohnge­mein­schaften, Frauen­beziehun­gen, die aben­teuer­lichen End­sechziger – und Jack Ker­ouacs berühmtes Werk „On the Road“ waren weit­ere Bausteine in der Entwick­lung dessen, was dann „Gern­stl unter­wegs“ wurde. Das Fernse­hen, so Gern­stl, woll­ten sie damals Anfang der Achtziger, neu erfind­en. „Und da standen wir jet­zt mit unser­er Idee, irgend­wo auf der Schwäbis­chen Alb“. Also fuhren sie irgend­wo als Anhal­ter mit. Beziehungsweise mit dem Bus, weil per Anhal­ter nahm sie kein­er mit. Aber öffentliche Verkehrsmit­tel fuhren sie eh gerne, weil man da so gut Men­schen ken­nen­ler­nen kon­nte, die man dann eben ein­fach inter­viewte, über irgend­was, die Land­schaft, die Gegend, das Leben. Die Kam­era war, so Gern­stl, wie eine Ein­trittskarte in fremde Lebenswel­ten, in die der Punks, der Son­der­linge, aber auch der ganz nor­malen Men­schen. Bürg­er­meis­ter, Sekretärin­nen, Alkis, Tep­pich­händ­lerin­nen, Han­delsvertreter („die deutsche Haus­frau is a bis­serl kon­ser­v­a­tiv“). Die Vielzahl und die Ver­schieden­heit der Men­schen ist unglaublich faszinierend – nicht nur für Gern­stl und sein Team, son­dern auch für uns.

Und jet­zt tre­f­fen sie einige dieser Men­schen wieder – Gern­stls dama­lige Fre­undin, ein Junge, Gowin­da, der damals nicht bei den San­jassins mit­machen wollte und daher drei Tage mit Gern­stl als Jun­gre­porter durch die Gegend zog – unglaublich span­nend, zu sehen, was aus den Men­schen heute gewor­den ist. Der kleine Nicht-San­jassin ist heute Büh­nen­bauer und ITler. Sind die Men­schen heute glück­lich? Glück­lich­er als damals? Jed­er hat seine eigene Antwort. Der Vater mit seinem Down-Syn­drom-Sohn, eine süße, ver­traute Vater-Sohn-Beziehung – nun, 25 Jahre später, suchen sie die bei­den wieder auf: Markus, der Sohn, arbeit­et heute in ein­er Autozube­hör­fir­ma – und die bei­den sind immer noch ein so lebens­fro­hes Eltern-Kind-Ges­pann – beim Gras­mähen, Posaune spie­len usw. Eine großar­tige Szene.

Mit leichtem Schwung kreiert Gern­stl qua­si eine Langzeit­beobach­tung, dieses wun­der­volle Doku­men­tarfilm­genre das so viel vom Leben erzählt und so tolle Möglichkeit­en bietet. Und Gern­stl nutzt diese Möglichkeit­en, durch seine Empathie, durch seine wun­der­volle Fähigkeit, die richti­gen Fra­gen zu stellen – und zuzuhören. Min­destens genau­so span­nend ist jen­er Teil, in dem Gern­stl und seine Kol­le­gen – oder Fre­unde, unter­suchen, was diese Langzeit­fernsehserie so aus­macht. Was ein gutes Gespräch, einen guten Gesprächspart­ner und was einen guten Film aus­macht. „Gern­stls Reisen“ ist ein wun­der­voller, lohnenswert­er, berühren­der klein­er Doku­men­tarfilm­schatz gewor­den.

In den deutschen Kinos startet „GERNSTLS REISEN – Auf der Suche nach irgend­was“ am 5. Okto­ber 2023. Im Jahr 2006 war bere­its „Gern­stls Reisen – auf der Suche nach dem Glück“ in den Kinos zu sehen, den Vor­läufer gibt es derzeit bei „film­friend“ als Stream.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert