ROHBAU von Tuna Kaptan bei den Hofer Filmtagen

ROHBAU ©Miri­am Stanke_Wood_Water_Films.jpg

Herr Lutz ist geschieden, seine eigene Fir­ma ist pleite gegan­gen. Er arbeit­et jet­zt an einem teuren Luxus­wohn­pro­jekt als Bauleit­er, seine let­zte Chance. Man läuft in teuren Anzü­gen auf den Baustellen herum. Um das Pro­jekt zu einem Erfolg wer­den zu lassen, heuert er ille­gale Arbeit­er an. Und da kann es auch mal zu tragis­chen Unfällen kom­men, da kann natür­lich die Polizei nicht eingeschal­tet wer­den.

Hier geht es um ein paar Wände zu viel, dort um zu kleine Fen­ster, und das Pro­jekt ist wohl groß genug, dass die Sozial­woh­nun­gen der Nach­barssied­lung vom Klien­tel „mit­tel­fristig mobil­isiert“ wer­den wür­den. Sprich: Weniger sol­vente Mieter in der Nach­barschaft wer­den sich die steigen­den Mieten bald nicht mehr leis­ten kön­nen und wer­den ver­drängt wer­den. Skep­tis­che Inve­storen erwä­gen Geld in das mil­lio­nen­schwere Pro­jekt zu steck­en, doch plöt­zlich taucht ein Stör­fak­tor auf: Ein Mäd­chen läuft auf den Gerüsten der Baustelle herum, sie sagt, sie suche ihren Vater. Irsa ist 14, geht Lutz auf die Ner­ven, weil der sich eigentlich ger­ade um die Inve­storen küm­mern muss. Er schafft sie von der Baustelle weg, damit sie keinen Ärg­er macht und da kommt er mit ihr ins Gespräch. Aus Alban­ien komme sie, sagt sie. Viele aus ihrer Fam­i­lie seien in Deutsch­land, behauptet sie. Das stellt sich allerd­ings als Lüge her­aus, und so hat Herr Lutz Irsa am Hals. Er lässt sie vorüberge­hend in der Muster­woh­nung wohnen, wo er selb­st lebt. Und er weiß die Wahrheit über ihren Vater, ver­schweigt sie ihr aber. Doch da macht die Polizei eine Razz­ia auf sein­er Baustelle. Die Sit­u­a­tion dro­ht ihm zu ent­gleit­en.

Tuna Kap­tans Film „Rohbau“ ist ein bedrück­endes Dra­ma um Schuld und Ver­ant­wor­tung und um die Aus­beu­tung von Men­schen, die nicht nur an weit ent­fer­n­ten Orten stat­tfind­et, son­dern direkt vor unser­er Haustür. Kap­tan ist 1985 in München geboren. Nach seinem Studi­um der Medi­en- und The­ater­wis­senschaften und Roman­is­tik in Buenos Aires hat er in München an der HFF Doku­men­tarfilm studiert. „Rohbau“ ist sein erster langer Spielfilm.

Regie: Tuna Kap­tan

Schaus­piel­er

Angjela Pren­ci, Peter Schnei­der

90 Minuten

Genre: Spielfilm

Pro­duk­tion: Arto Sebas­t­ian, Karo­line Henkel, Jasper Ph. Mielke

Deutsch­land 2023

Tuna Kap­tan

2013 TWO AT THE BORDER, Doku­men­tar-Kurz­film

2017 TURTLE SHELLS, Doku­men­tar-Kurz­film

2019 ARE YOU LISTENING, MOTHER?, Kurz­film

2023 ROHBAU/RAW MATERIALS, Spielfilm  HOF 2023

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert