MAYSOON von Nancy Biniadaki ab 19. März 2026 im Kino

Berlin, Som­mer, Bade­see, eine glück­liche Fam­i­lie, Maysoon (Sab­ri­na Amali) und Tobi (Flo­ri­an Stet­ter) und die bei­den Kinder. Fußball, Schwim­men, obwohl der Kleine fast noch zu jung ist, selb­ständig zu schwim­men, zumin­d­est macht sich Tobi Sor­gen. Maysoon ist in Ägypten geboren, ging auf eine deutsch-ägyp­tis­che Schule in Alexan­dria und ist heute Ägyp­tolo­gin am Ägyp­tis­chen Muse­um in Berlin. Tobi ist als Bauin­ge­nieur viel unter­wegs und das sind beson­ders anstren­gende Wochen für Maysoon, mit Arbeit, Kitakind und Schulkind. Ihre Beziehung zueinan­der lei­det darunter. Es kommt zu Auseinan­der­set­zun­gen – und in ein­er solchen gibt Tobi zu, dass er mit ein­er anderen Frau geschlafen hat. Eigentlich hat­ten sie sich gegen­seit­ig ver­sprochen, sich so etwas nicht einan­der zu erzählen. „Lass es uns vergessen”, schlägt Maysoon vor. Aber es lässt sie nicht los: „Wer ist es? Kenn ich sie?” Seine Chefin sei es gewe­sen, sagt er. Und jet­zt? „Wie kon­ntest du mich jemals anlü­gen?” Fragt sie. Und: „Du sollst echt sein!” Und das ist der Beginn weit­er­er Auseinan­der­set­zun­gen, über ihre Kar­riere, die sie wegen der Kinder nicht weit­er­ver­fol­gt hat. „Ägyp­tolo­gin ist kein Job”, ent­geg­net er. Und darüber kommt es auch zu Auseinan­der­set­zun­gen mit den Kindern. Maysoon fehlt es an Geduld. Tobi schläft vor, eine Auszeit zu nehmen.

Wir erfahren irgend­wann einiges über Maysoons Ver­gan­gen­heit, sie war in der Oppo­si­tion in Ägypten, ihr Brud­er lan­dete im Gefäng­nis. Dort starb er irgend­wann, die Umstände waren unklar. Maysoon floh nach Deutsch­land, mit ihrer Fam­i­lie hat­te sie nichts mehr zu tun, denn die warf ihr vor, dass sie am Tod ihres Brud­ers mitschuld gewe­sen sei.

Und dann verur­sacht Maysoon einen Fahrradun­fall, die Polizei weist sie darauf hin, dass ihr Pass bald abläuft. Doch bei der ägyp­tis­chen Botschaft bekommt sie Prob­leme. Hier fehlt was, dort ist die Akte ver­schwun­den. Ihren ägyp­tis­chen Pass könne man hier nicht ver­längern. Sie bekäme ein one-way-Doku­ment und solle das in Ägypten regeln. Und dann gibt es auch noch Stress bei ihrer Arbeit im Muse­um und sie fliegt raus. Das ist zu viel, Maysoon rastet aus.

Und dann wird die Reisep­a­ss­the­matik zum Prob­lem: Ohne Job ist es in Deutsch­land schwierig, aber nach Ägypten zu reisen ist für sie zu gefährlich. Von einem Asy­lantrag rat­en die Behör­den ab, einzig die Heirat mit einem deutschen Staats­bürg­er kön­nte sie ret­ten…

„Maysoon ist ein Film über Liebe, Heimat und die Möglichkeit der Frei­heit. Es ist die Geschichte ein­er jun­gen ägyp­tis­chen Frau, die ihr Heimat­land für die Liebe und Frei­heit ver­lassen hat und real­isieren muss, dass Fremd­sein ein Zus­tand ist, mit dem man nur schw­er umge­hen kann, selb­st in ein­er tol­er­an­ten, europäis­chen Metro­pole“, schreibt Nan­cy Bini­ada­ki. Bini­ada­ki war bish­er in Film, The­ater und Videokun­st tätig. MAYSOON ist eine deutsch-griechis­che Kopro­duk­tion. Ihr Debüt „The Sur­face of Things” erlebte seine Pre­mière 2017 in Thes­sa­loni­ki, in Athen erhielt der Film den Preis für die Beste Nach­wuch­sregie.

„Maysoon” hat seine starken Phasen, ins­beson­dere den Cast mag ich sehr, Sab­ri­na Amali und Flo­ri­an Stet­ter sind toll. Mir ist aber manch­es in dem Film lei­der zu kon­stru­iert; „over­writ­ten”, hat neulich jemand irgend­wo for­muliert, das trifft es, finde ich, lei­der ganz gut.

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