Fake News! Erec Brehmers und Benjamin Rosts Dokumentarfilm BORN TO FAKE über einen Neunzigerjahre-Medienskandal ab 28. Mai 2026 im Kino

An Tom Kum­mer kann ich mich noch ganz gut erin­nern. Daran, dass er um die Jahrtausendwende Inter­views mit Hol­ly­wood­stars gefälscht hat. Kum­mer schrieb damals für „Tem­po”, eines jen­er leg­endären Mag­a­zine aus der Hoch-Zeit des Mag­a­z­in­jour­nal­is­mus. Und er schrieb für das SZ-Mag­a­zin. „Frei erfun­den“, „nie geführt“, schrieb der FOCUS damals, als er den Skan­dal aufdeck­te. Inter­views mit Sharon Stone, Kim Basinger, Brad Pitt, Court­ney Love entstammten dem Reich der Phan­tasie. „Offen­sichtlich been­dete Chefredak­teur Ulf Poschardt, 33, zwar die Zusam­me­nar­beit mit Kum­mer”, schrieb der Focus, „ver­mied es aber, seine Leser über die frag­würdi­ge Wahrheit von dessen Pro­mi-Prosa in Ken­nt­nis zu set­zen. Was dop­pelt pein­lich gewe­sen wäre, denn Poschardt hat­te seinem Sta­rautor im Juli 1997 ein ger­adezu hym­nis­ches Vor­wort für dessen in Buch­form weit­er­ver­w­ertete Inter­view-Samm­lung (‚Gibt es etwas Stärk­eres als Ver­führung, Miss Stone?’) gegön­nt: Die ‚harte Arbeit’ beginne ‚mit der gewis­senhaften Anhäu­fung von Wis­sen, steigert sich zu höch­ster Konzen­tra­tion während des Inter­views und endet schließlich mit dem stilis­tis­chen Feilen beim Abschreiben der Bän­der’.” Dass der Focus das aufgedeckt hat­te, habe ich in der Tat vergessen – und welche Rolle Poschardt spielte auch.

Natür­lich kann ich mich noch viel mehr an die Geschichte um Claas Relotius und seien gefaketen Reporta­gen für den SPIEGEL und andere erin­nern, aber auch das ist schon erstaunliche acht Jahre her, aus­gerech­net schon in jenen Zeit­en, als Don­ald Trump begann, den Begriff „Fake News” als poli­tis­ches Kampfmit­tel gegen bes­timmte Medi­en einzuset­zen.

Aber am besten kann ich mich immer noch an die von Kon­rad Kujau gefälscht­en Hitler-Tage­büch­er erin­nern, obwohl ich damals, als der Stern auf sie here­in­fiel, ger­ade ein­mal 12 Jahre alt war. Für immer im pop­kul­turellen Gedächt­nis wird der Skan­dal natür­lich durch Hel­mut Dietls grandiosen Film „Schtonk!” bleiben, ein­er der leg­endärsten Filme der jün­geren deutschen Filmgeschichte.

Warum mir aber der Skan­dal um den TV-Fälsch­er Michael Born aus den Neun­ziger Jahren so wenig im Gedächt­nis haften geblieben ist, kann ich mir gar nicht so recht erk­lären. War es, weil ich mich in den Neun­zigern prak­tisch gar nicht mit Fernse­hen beschäftigt habe? Die schöne kleine Fernse­hwelt mein­er Jugend mit Timm Thaler und Ein Colt für alle Fälle lag in tiefer Ver­gan­gen­heit, dem Pri­vat­fernse­hen hat­te ich mich noch ver­weigert – eigentlich ja bis heute – und über­haupt habe ich mich zu Zeit­en meines Studi­ums ja dann doch eher mit Lit­er­atur – und später dann mit Film beschäftigt. SAT.1, RTL & Co gehörten nicht zu dem, wom­it ich mich beschäftigte.

Umso dankbar­er muss ich also nun den bei­den Doku­men­tarfilmemach­ern Erec Brehmer und Ben­jamin Rost sein, dass sie die sagenum­wobene Skan­dalgeschichte um Michael Born wieder aus dem Schleier der Ver­gan­gen­heit geris­sen haben. Ein kleines Wun­der eigentlich, dass diese Geschichte so lange aus meinen Erin­nerun­gen gelöscht war, wo doch eigentlich alles um medi­ale Fakes in den let­zten Jahren von großer öffentlich­er Bedeu­tung war.

„Der Film blickt zurück, um zu zeigen, wie gegen­wär­tig er gewor­den ist”, schreibt das Presse­heft zum Film. „Was damals wie ein spek­takulär­er Einzelfall wirk­te, erscheint heute als frühe Vor­form eines Prob­lems, das längst unseren All­t­ag bes­timmt: Bilder überzeu­gen oft schneller als ihre Prü­fung. Sicht­barkeit erset­zt Glaub­würdigkeit. Dra­maturgie wirkt stärk­er als Herkun­ft. Und die Frage ist nicht nur, was gefälscht ist, son­dern warum etwas über­haupt geglaubt wer­den will. Michael Born ist in diesem Film deshalb nicht nur der Fernse­hfälsch­er von damals. Er wird zur Schlüs­selfig­ur ein­er größeren Geschichte: über Medi­en und Ver­führung, über den Hunger nach Evi­denz, über ein Sys­tem, das starke Bilder wollte und zu sel­ten fragte, wie sie ent­standen sind. In ein­er Gegen­wart, in der über KI, Deep­fakes und den Ver­lust von Gewis­sheit ver­han­delt wird, bekommt dieser Fall eine neue Schärfe. Born to Fake ist kein nos­tal­gis­ch­er Rück­blick auf einen TV-Skan­dal. Es ist ein Film über die Gegen­wart der Bilder.”

„Nach der mit­tleren Reife tin­gelte er mit einem Fre­und als Musikan­ten­duo ‚Flop’ durch seine Heimat­stadt Lahn­stein, besuchte später in Ham­burg die Fachober­schule für Nau­tik und arbeit­ete zeitweise als drit­ter Offizier auf ein­er Ost­seefähre”, hieß es in dem 1997 bei Kiepen­heuer und Witsch erschiene­nen Buch „Michael Born: Wer ein­mal fälscht… Die Geschichte eines Fernse­hjour­nal­is­ten”. Und weit­er: „1982 heiratete er, über­nahm die Zoohand­lung sein­er Mut­ter, machte hohe Schulden und ging bankrott. Kurz darauf zer­brach auch seine Ehe. Nach diesem Fiasko entschloss sich Born, die Welt kün­ftig ‚als Jour­nal­ist zu beschreiben’. Der Moment war gün­stig. Mit dem Auf­stieg der Pri­vat­sender ent­stand Mitte der 1980er Jahre ein Fernse­hen, das drin­gend Stoffe, Bilder und Sen­sa­tio­nen brauchte. Born grün­dete seine Fir­ma Trans-World-Pic­tures / Reporta­gen, TV-Pro­duk­tio­nen, Risikoeinsätze—ein Name, der bere­its sein Selb­st­bild ver­ri­et. In den fol­gen­den Jahren berichtete er aus Ango­la, Eritrea, dem Jemen, Irak, Soma­lia, Afghanistan, Ex-Jugoslaw­ien und immer wieder aus dem Libanon. Er insze­nierte sich als Krisen­re­porter, Aben­teur­er und Nahostkenner—als ein­er, der dahin ging, wo andere nicht hinka­men.

Und so nahm der Skan­dal seinen Lauf, aber begin­nen wir hier mit der Geschichte, wie sie der Film erzählt.

Wegen Betrugs in 17 Fällen, Ver­stoß gegen das Tier­schutzge­setz, Sachbeschädi­gung, die Vortäuschung von Straftat­en usw. wurde Michael Born zu vier Jahren Gefäng­nis verurteilt. Stern TV, Spiegel TV und andere waren die wichtig­sten Abnehmer. „Ich hoffe dass ich das Gericht davon überzeu­gen kon­nte, dass Michael Born uns und die Zuschauer bet­ro­gen hat”, sagt Gün­ther Jauch damals in einem Inter­view, Zweifel an der Echtheit der Beiträge, die Michael Born dem For­mat ange­boten hat­te, habe er nie gehabt. Immer­hin warf das Gericht, so wird es in einem TV-Beitrag erzählt, dem For­mat „man­gel­nde Sorgfalt­spflicht” vor. Born sel­ber meinte, dass man seine Fälschun­gen müh­e­los hätte erken­nen kön­nen. Und dazu sieht man Ku Klux Klan-Bilder und diverse andere Auss­chnitte aus den von Born gefälscht­en Beiträ­gen.

„Aber was ist Wahrheit? Gibt es die über­haupt?”

„Wenn mich jemand fra­gen würde, wer Michael Born war, würde ich sagen, ein ganz ein lieber Men­sch”, erzählt ein Fre­und von ihm, Roland Berg­er, „Paz­i­fist, Anar­cho, er kon­nte her­vor­ra­gend kochen.” Hyper­in­tel­li­gent sei er gewe­sen. 1998 hat­ten sich die bei­den ken­nen­gel­ernt, lange nach dem Skan­dal. Sym­pa­thisch seien sie sich gle­ich gewe­sen. Und prompt stellte er Born ein. Kreativ sei er nun mal gewe­sen. Den Rest des Handw­erks habe er nicht so recht beherrscht. Und immer­hin ent­stand eine Fre­und­schaft zwis­chen den bei­den. Aber das Schwindeln habe immer dazuge­hört. Born habe das gebraucht, sagt Berg­er. Lügen sei das gar nicht wirk­lich gewe­sen, eher seine eigene Vorstel­lung von Wahrheit. Und was tagein tagaus sein The­ma war, waren seine Fälschun­gen.

Zum Beispiel: Die Geschichte von der Dro­genkröte. Deren Sekret so ähn­lich wirke wie LSD, wenn man an der Haut der Kröte schleckt. Größter Bull­shit, nicht so für Stern TV. Ein Geheimtipp sei die Krö­ten­droge mit­tler­weile. Und dann kom­pilierte Born dazu manip­ulierte, gekürzte Inter­views von Spezial­is­ten, lässt ange­bliche Dro­gen­süchtige beim Tier­han­del anrufen und daraus wird ein schein­bar glaub­hafter Beitrag über die Froschjunkies. Und als Dro­gen­süchtiger dient der ver­pix­elte Kam­er­aas­sis­tent von Michael Born. Born ist qua­si fas­sungs­los, dass ihm dieser Bull­shit abgekauft wurde. Haupt­säch­lich von Stern TV. Und die sollen auch noch gekauft haben, als Ver­dacht aufkam, dass nicht alles mit recht­en Din­gen zuge­ht.

Dann äußert sich Mar­tin Lettmay­er, ein ehe­ma­liger Stern TV-Reporter. Er erzählt, wie er seinen Job geliebt hat­te. Das Kli­ma sei großar­tig gewe­sen. Eine paradiesis­che Land­schaft sei das gewe­sen. Kriegsre­porter war er, in Jugoslaw­ien. Born sei damals in aller Munde gewe­sen. Und er wird Stern TV und Gün­ther Jauch in Schutz nehmen.

Gabriele Schus­ter, Borns Schwest­er erzählt von der Geschichte, wie Born zum TV-Jour­nal­is­mus geri­et. Es war die Zeit, als der Hoechst-Man­ag­er Rudolf Cordes in Beirut ent­führt und gefan­gen gehal­ten wor­den war. Born kaufte sich eine Kam­era und fuhr mit einem libane­sis­chen Fre­und nach Beirut. Cordes traf er nicht, aber er wurde kurz­er­hand zum Kriegs­berichter­stat­ter, in Beirut, Irak, Äthiopi­en. Bis jet­zt war das alles noch echt. Und vor allem: Kaum ein ander­er Jour­nal­ist traute sich an die entsprechen­den Orte. Und deshalb fand er auch Abnehmer. Und dann begeg­nen wir Clau­dia Bern, Borns Assis­tentin und Ex-Part­ner­in, die Fotos von Born mit Arafat her­vorza­ubert und Sto­ries erzählt, wie das so mit Born war.

Und irgend­wann kamen die Fakes in die Geschichte. In Bangladesh? Die Sender forderten krassere Bilder, meinte Born. Mit Leichen. RTL wollte mehr. Aufge­dun­sene Kinder­le­ichen? Abmachun­gen wur­den nicht einge­hal­ten. „Die bauen sich eine fik­tive Welt in den Fernse­hanstal­ten”, sagt Born über die Fernsehsender, „und benutzen uns und unsere Bilder. Dann bauen wir ab jet­zt ihre Welt.” Und das war der Anfang der Fake­beiträge. Sie beschlossen, sagt Born, eine fik­tive Welt zu bauen, wie sie nur in den Köpfen der Redak­teure beste­he. Doch stimmt das? „Nev­er ever”, sagt Mar­tin Lettmay­er. Er sei nie von irgendwelchen Redak­tio­nen zu irgend­was gedrängt wor­den.

Und dann wer­den die Fälschun­gen immer dreis­ter. Und der Film nimmt an erzäh­lerisch­er Fahrt auf, wir sehen das den gefälscht­en Beiträ­gen zugrun­deliegende Mate­r­i­al, mit den geschaus­piel­erten Szenen – im Ver­gle­ich zu den Beiträ­gen, wie sie dann im Fernse­hen zu sehen waren. „Die Regeln des Anstands gel­ten auch für Fernsehre­porter”, meint Mar­tin Lettmay­er.

Dann kommt Thomas Prit­zl, der ehe­ma­lige Press­esprech­er von Stern TV. Und das ist natür­lich span­nend, weil er die Geschicht­en aus der Per­spek­tive der Redak­tion erzählen kann…

„Denn der Fall Michael Born ist mehr als ein TV-Skan­dal in den 1990ern”, schreibt das Presse­heft. „Er erzählt von einem Mann, der früh ver­stand, was ein Medi­um sehen wollte, und von einem Sys­tem, das Sen­sa­tion, Zus­pitzung und Bilder oft lieber hat­te als Wahrheit. Damit wird Born to Fake auch zu einem Film über unsere Gegen­wart: über die Manip­ulier­barkeit von Bildern, über den schwinden­den Gren­zver­lauf zwis­chen Insze­nierung und Real­ität – und über die neue Brisanz dieser Fra­gen im Zeital­ter von KI.”

Erec Brehmer und Ben­jamin Rost erzählen eine faszinierende Geschichte und sie ist umso faszinieren­der, weil ich mir nicht so richtig gut erk­lären kann, wie wir, die wir damals alt genug waren, das eigentlich vergessen kon­nten. Es ist zutief­st beein­druck­end, Michael Born dabei zuzuse­hen, wie er das Mate­r­i­al insze­niert, gefälscht, kom­piliert, gefaked hat – und dann im Kon­trast dazu den fer­ti­gen Beitrag, samt Erzäh­ler­stimme (oft in authen­tisch wirk­ender 1. Per­son erzählt) – und samt Einord­nung des Geschehens durch Gün­ther Jauch. Die Entste­hungs­geschichte des Ku Klux Klan-Beitrags ist ger­adezu atem­ber­aubend, verblüf­fend und skur­ril. Aber dann fall­en Ungereimtheit­en auf. Der Skan­dal nimmt seinen Lauf – und bis heute wird darüber disku­tiert: Welche Rolle nahm Stern TV ein? Waren die Redak­teure Opfer oder Täter?

Mir scheint, dass die bei­den Filmemach­er auch stilis­tisch durchge­hend ver­suchen, möglichst weit vom Duk­tus, vom Stil ein­er Stern TV-Reportage ent­fer­nt zu sein. Der Film kom­men­tiert nicht mit­tels Off-Stimme, er ord­net nicht ein, seine Posi­tion entste­ht aus der Bilder­auswahl, aus der Selek­tion der Inter­viewauss­chnitte usw. – bisweilen wird aber das Prinzip der Ver­fälschung, zu dem Born einst griff, beina­he satirisch über­höht aufge­grif­f­en, in dem die zu Inter­viewen­den gebeten wer­den, durchs Bild zu laufen oder dies oder jenes zu tun – was dann im Film auch gezeigt wird. Was der Film damit nahelegt, ist ja, dass die Gren­ze zwis­chen Fik­tion und Doku­ment fließend ist. Jene Zwis­chen­bilder, xy nimmt einen Ordern aus dem Regal, xy geht von links nach rechts durchs Bild, haben ja eine lange doku­men­tarische Tra­di­tion, auch bei den aller­früh­esten Doku­men­ta­tio­nen kurz nach Erfind­ung des Films, gab es das ja schon: Der Eski­mo angelt aus­gerech­net da, wo schon die Kam­era parat ste­ht. Und natür­lich ist es ja im Prinzip so, dass das Weglassen eines Off-Kom­men­tars im Doku­men­tarfilm, was derzeit in manchen Bere­ichen dieses Gen­res immer häu­figer vorkommt (zumin­d­est scheint mir das so, ohne dass ich das sta­tis­tisch analysieren mag), Objek­tiv­ität nahelegt: Der Zuschauer darf das, was er in einem Doku­men­tarfilm sieht, selb­st bew­erten, selb­st einord­nen. Das ist ja aber eine Schein-Objek­tiv­ität, denn den­noch steuert der Regis­seur ja – fast – alles, was es im Film zu sehen gibt: Wo wird die Kam­era hin­gerichtet? Was wird außer­halb des Bildes wegge­lassen? Wer wird inter­viewt und befragt? Welche Kom­mentare schaf­fen es in den Film, welche wer­den her­aus­geschnit­ten? Das Weglassen des Off-Kom­men­tars ver­hin­dert nicht die Sub­jek­tiv­ität des Gezeigten und sie ver­hin­dert auch nicht die Ver­frem­dung oder gar Ver­fälschung des Doku­men­tarischen. Mir fehlt das sog­ar ganz oft mit­tler­weile. Wenn ich einige Filme zum Beispiel von Fes­ti­vals wie DOK Leipzig oder so hin­tere­inan­der­weg sehe, dann wün­sche ich mir ger­adezu, öfters wieder Off-Kom­mentare hören zu dür­fen, die den Film einord­nen, die Äußerun­gen Protagonist*innen bew­erten und so weit­er. Eigentlich ist das viel ehrlich­er, weil der Off-Kom­men­tar noch viel mehr auf die Entste­hung­sum­stände der Bilder einge­hen kann.

Wie auch immer: Erec Brehmer und Ben­jamin Rost spie­len ja auch ein biss­chen mit dem Ver­hält­nis des Doku­men­tarfilmemach­ers zum Medi­um, zur Wahrheit, zum Doku­ment – und das macht „Born to Fake” zu einem großar­ti­gen, span­nen­den Doku­men­tarfilm, der in der Ver­gan­gen­heit des Ver­fälschens gräbt und das kom­men­tiert – aber auch eine gewisse Sym­pa­thie mit der Per­son Michael Born nicht ver­hehlen kann – und das finde ich darf ein Doku­men­tarfilm auch machen. Mir spielt in dem Film anson­sten diese The­aterin­sze­nierung um ein Born-Stück eine etwas zu große Rolle, das hätte ich nicht gebraucht. Dass wir am Schluss – Achtung Spoil­er – einen KI-ani­mierten Michael Born aus heutiger Sicht zu sehen bekom­men, ist eine ger­adezu raf­finierte Wen­dung und ein Kom­men­tar, dazu, in welch­er Fake-Sit­u­a­tion wir uns im fort­geschrit­te­nen 21. Jahrhun­dert befind­en. Und wir sind erst am Anfang dieser Sit­u­a­tion, wir ler­nen erst – oder bess­er gesagt, wird ver­suchen ger­ade erst, uns eine Posi­tion zu KI-Bildern zu find­en. Und ich glaube in baldiger Zukun­ft wer­den wir milde Lächeln über dieses Fake-Kapi­tel aus dem aus­ge­hen­den 20. Jahrhun­dert.

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