SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL von Jeanne Tremsal und Christopher Roth

ENGLISH VERSION BELOW

01 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Jeanne (Jana McK­in­non)
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Ein Film von Jeanne Trem­sal und Christo­pher Roth

Mit Jana McK­in­non, Clemens Schick, Leo Altaras, Julia Hum­mer, Ina Paule Klink, Noe­mi Nico­laisen, Aenne Schwarz, Jeanne Trem­sal, Hanns Zis­chler, Dirk von Lowt­zow u.v.m.

Simone und Hol­ger haben sich ver­liebt. Aber da, wo Simone (Sil­va Biel­er) und Hol­ger leben, da darf man sich nicht ver­lieben. Sex ist erlaubt, aber Liebe: Liebe ist ver­boten. Hol­ger muss ver­schwinden. Und Simone muss ein­se­hen, dass das mit der Liebe nicht geht. „Papa“ ver­bi­etet das. „Papa“ ist Otto (Clemens Schick). Und Otto ist der charis­ma­tis­che, ver­rück­te Chef ein­er abgele­ge­nen öster­re­ichis­chen Land­kom­mune, 600 Ein­wohn­er, nicht weit von der ungarischen Gren­ze.

Ein paar Monate früher: Wir begleit­en Jeanne (Jana McK­in­non), eine Jugendliche, 14 Jahre alt. Als Jeanne zwei war, wurde sie gemein­sam mit ihrer Schwest­er Julie (Miri­am Schi­weck) von ihren Eltern in der Kom­mune abgegeben. Sie soll­ten dort auf dem Hof in der selb­stver­sor­gen­den Kom­mune – sog­ar für die Schul­bil­dung sorgt man selb­st, die „Insel“ wird die Kom­mune manch­mal genan­nt – in ein­er besseren Welt aufwach­sen. Mit vie­len anderen Kindern, in der Natur, auf dem Bauern­hof, ohne die Eltern. Die kom­men sel­ten mal vor­bei und leben selb­st in ein­er Stadtkom­mune. Das ist näm­lich eines der Prinzip­i­en der Kom­mune: Kinder wach­sen ohne Eltern auf, weil näm­lich, so Otto, die Kle­in­fam­i­lie „der Ursprung allen Übels“ sei. Und nicht nur das, auch Zweier­beziehun­gen sind ver­boten, nach Ottos Gesetz. „Wenn sich jemand ver­liebt und ver­sucht eine Zweier­beziehung zu haben, dann melden wir das.“ Damit man nicht so wird, wie die „Spießer da draußen“. Feste Zim­mer haben nur die Frauen, die Män­ner müssen jede Nacht bei ein­er anderen Frau unterkom­men. Und möglichst nicht zu oft die Gle­iche. Wir erin­nern uns: „Wer zweimal mit der­sel­ben pen­nt, gehört schon zum Estab­lish­ment.“ Und da geht es nicht an, dass Hol­ger sich in Sophie (Julia Hum­mer) ver­liebt hat, wird zumin­d­est behauptet. Hol­ger muss weg, in die Stadtkom­mune nach Ams­ter­dam. Sophie darf bleiben.

02 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Otto, der Herrsch­er der Kom­mune (Clemens Schick) 
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Sog­ar Joseph Beuys sollte irgend­wann vor­beikom­men – und ein wichtiger Wiener Sozialdemokrat schaut regelmäßig vor­bei und lässt Otto machen, solange er irgendwelchen der Frauen ans Knie tätscheln darf. Eine wichtige regelmäßige Ver­anstal­tung in der Kom­mune ist die „SD“, die Selb­st­darstel­lung, bei der jed­er seine Prob­leme und Schwächen zum Beispiel in drama­tisch über­triebe­nen Schaus­piel­ere­in darstellen muss. Min­destens genau­so wichtig ist die „Strauk­tur“, eine Ran­gliste, in die die Bewohn­er ein­ge­ord­net wer­den. Wer weit­er oben ist, hat mehr zu sagen. Ganz oben ist natür­lich Otto. Und regelmäßig find­en eksta­tis­che Kom­munen­tänze statt.

Otis (Arsen­ni Bult­mann) ist Jeannes bester Fre­und. Schrift­steller, wie sie sagt. Sie sei seine Muse. Hin und wieder darf er sog­ar ihren Busen anschauen. Über­haupt hat es Jeanne eigentlich leicht, sie ist Ottos Liebling. Doch dann ändert sich alles: Jeanne ver­liebt sich in den 16-jähri­gen attrak­tiv­en Jean, den alle irgend­wie toll find­en. Regelmäßig reit­et er mit nack­tem Oberkör­p­er durchs Gelände. Oft schläft er draußen, zur Schule kommt er unregelmäßig. Auch er ver­liebt sich in sie. Jeannes Gefühlswelt gerät in Wal­lun­gen. Sie spürt plöt­zlich Eifer­sucht bei allen Gele­gen­heit­en und sie schämt sich: Weil sie sich eben ver­boten­er­weise ver­liebt, dabei stand sie bish­er doch so sehr hin­ter den Geset­zen der Kom­mune.

Eines Tages hat Otto eine beson­dere Auf­gabe für Jeanne: Sie soll sich um die geistig behin­derte Kiki, Ottos Tochter, küm­mern. Jeanne wohnt bei ihr – und kommt damit auch ganz in Ottos Nähe. Und da gibt es offen­bar noch einen Grund­satz, von dem Jeanne bish­er nichts wusste: Otto schle­icht nachts in ihr Bett und berührt sie. Jeanne flieht zu Jean, trös­tend nimmt er sie mit, gemein­sam reit­en sie durch die Natur – und schlafen schließlich auf ein­er Lich­tung miteinan­der. Aber Otto bekommt Wind davon und rächt das schändliche Ver­hal­ten der bei­den jun­gen Men­schen auf beson­dere Weise.

03 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Die Kom­mune
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL ist die Ver­fil­mung ein­er wahren Geschichte – und zwar die Lebens­geschichte genau jen­er Jeanne, Jeanne Trem­sal heißt sie. Jeanne Trem­sal hat ihre Lebenserin­nerun­gen aufgeschrieben – und sie war auch in beson­der­er Weise bei der Entste­hung dieses Filmes beteiligt: Jeanne Trem­sal ist näm­lich die Drehbuchau­torin des Films (gemein­sam mit Christo­pher Roth, der auch Regie führte) und sie spielt im Film Jeannes Mut­ter, Mathilde.

Jeanne Trem­sal ist 1977 in La Mon­tagne, bei Nantes, unweit der Atlantikküste geboren, lebte dann in der Kom­mune des Aktion­skün­stlers Otto Muehl, auf einem Hof 60 Kilo­me­ter von Wien ent­fer­nt. In München machte sie schließlich ihre Schaus­pielaus­bil­dung, sei­ther spielte sie vor allem in Fernse­hfil­men und ‑serien, aber auch zum Beispiel mit ein­er kleinen Rolle in Til Schweigers Keinohrhasen oder in ver­schiede­nen The­ater- und Operen­gage­ments. Derzeit lebt sie in Berlin und leit­et dort das Restau­rant „Le Petit Roy­al“.

Zu Otto Muehl muss man etwas aus­holen: Er ist 1925 im Bur­gen­land geboren, wurde zwei Jahre vor Kriegsende noch zur Wehrma­cht einge­zo­gen, studierte nach dem Krieg auf Lehramt, Deutsch, Geschichte, Kun­st. Er wen­det sich der Aktion­skun­st zu („Ver­sump­fung eines weib­lichen Kör­pers“, „Pis­sak­tion“, bei der drei nack­te Män­ner um die Wette urinieren), Schweineschlach­tun­gen, Urin, Kot, nack­te Kör­p­er waren des Öfteren Bestandteil von Muehls Kun­stak­tio­nen, bisweilen mit öffentlichen Protesten und gerichtlichen Auseinan­der­set­zun­gen gegen ihn.

1970 begann Muehl zunächst in Wien eine Kom­mune zu grün­den, die im Laufe der Jahre großen Zuwachs hat­te, und mit der er schließlich 1974 auf den „Friedrichshof“ im Bur­gen­land umzog. In der Kom­mune gab es eben jene Grup­pen­analy­sen, die allmäh­lich zur „Selb­st­darstel­lung“ weit­er­en­twick­elt wur­den, die Arbeit­en divers­er Ther­a­peuten und Ana­lytik­er (Josef Dvo­rak, Wil­helm Reich, Fritz Perl etc.) bilde­ten dafür den the­o­retis­chen und prak­tis­chen Unter­bau. Hier­ar­chien wur­den keineswegs abgeschafft, son­dern offen und bewusst gestal­tet, bei der hier­ar­chis­chen Einord­nung spielte die sex­uelle Attrak­tiv­ität eine Rolle, und mit der Zeit begann Muehl, Zweier­beziehun­gen und Kle­in­fam­i­lien abzulehnen – und diese Ablehnung in der Kom­mune auch durchzuset­zen.

04 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Otto (Clemens Schick) und Jeanne (Jana McK­in­non)
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Die Kom­mune im Friedrichshof wurde immer größer und im Lauf der Zeit wur­den immer mehr städtis­che Ableger, die Stadtkom­munen gegrün­det, Wien, München, Genf, Paris, Berlin usw. 1983 hat­te die Gruppe schließlich 600 Mit­glieder, es gab immer wieder öffentliche Kri­tik wegen der offe­nen Sex­u­al­ität und wegen des Prinzips des Gemein­schaft­seigen­tums – bisweilen fiel der Begriff „Sek­te“. Oft wur­den eben die Kinder von den Eltern getren­nt, um das Entste­hen der ver­has­sten Kle­in­fam­i­lien zu ver­hin­dern. Ein Teil der Gruppe siedelte nach der Tsch­er­nobylkatas­tro­phe nach La Gomera um. Die interne und externe Kri­tik an Muehl gipfelte schließlich im Jahr 1988, als die Staat­san­waltschaft begann, gegen ihn wegen sex­uellen Miss­brauchs zu ermit­teln. Die Kom­mune wurde in der Folge aufgelöst und im Jahr 1991 wurde Otto Muehl zu sieben Jahren Haft verurteilt. 2010 entschuldigte er sich öffentlich für seine sex­uellen Über­griffe, 2013 starb er schließlich in Por­tu­gal.

Zurück zum Film: Was rel­a­tiv bald auf­fällt, ist die zunächst fehlende his­torische, zeitliche Veror­tung der Hand­lung. Der Film bekommt damit etwas Uni­verselles, auch wenn man als Zuschauer sich eigentlich gedrängt fühlt, die Hand­lung einzuord­nen – vor allem wenn man, wie ich, mit wenig Wis­sen um die Ereignisse in Muehls Kom­mune aus­ges­tat­tet ist. Christo­pher Roth, der Regis­seur sagt dazu: „Wir fan­gen im Film aber erst in den späten Achtzigern an, da gab es eigentlich schon Punk und der echte Mühl war längst ein alter Mann. Das ist heute alles schw­er nachzu­vol­lziehen. Das waren eben nicht die sechziger Jahre oder die Hip­pies. Das hat uns auch alles nicht inter­essiert. Deshalb weiß der Zuschauer anfangs nicht, wo und wann der Film spielt. Kön­nte irgend­wo sein und auch heute. Erst als die DDR-Gren­ze aufgemacht wird, als in den Fernsehnachricht­en vom öster­re­ichis­chen Außen­min­is­ter der Stachel­draht durchgeschnit­ten wird, gibt es einen Hin­weis. Aber die Szene wirkt zugle­ich wie aus ein­er ganz anderen Zeit. Plöt­zlich kom­men Zeit und Raum wieder zusam­men – doch der Bezug ist auch gle­ich wieder weg.“ Diese Uni­ver­sal­ität ist ein­er­seits schon eine Stärke des Films, aber auch eine gewisse Schwäche, weil ich mir in genau jenen Momenten immer auch wün­sche, einen Doku­men­tarfilm zu sehen, oder einen Kom­men­tar zu hören, der die Hand­lung einord­net, in ihrer Nähe oder in ihrer Dis­tanz zu den Ereignis­sen auf dem Friedrichshof. Spiegeln die Pro­tag­o­nistIn­nen wirk­liche Kom­mu­nardInnen wieder, oder sind sie exem­plar­ische, fik­tion­al­isierte Fig­uren? „Es ging uns um eine Com­ing-of-Age-Geschichte für Leute, die noch nie etwas von Otto Mühl gehört haben“, sagt Jeanne Trem­sal – und in genau dieser Com­ing-of-age-Geschichte liegt auch die Stärke des Films.

05 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Jean (Leo Altaras) und Jeanne (Jana McK­in­non)
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Es gibt aber noch einen anderen Punkt, an dem ich mir um so mehr den Doku­men­tarfilm wün­sche: Ich würde gerne wis­sen, wie sich Jeanne Trem­sals Ein­stel­lung zu Otto Muehl entwick­elt hat, in ihrer Erin­nerung als Kind, als Jugendliche, ab wann sich dieser Blick verän­dert hat, als er sich zu ihr ins Bett gelegt hat? Vorher schon? Wie hat sich ihr Ver­hält­nis zur Kom­mune später entwick­elt, was denkt sie heute über ihre Eltern. Das sind lauter Fra­gen, die nicht weit­erge­hend beant­wortet wer­den, die ich als Zuschauer aber gerne beant­wortet haben möchte. Das lässt mich nach dem Film mit dem Gefühl ein­er merk­würdi­gen Indif­ferenz zurück. Klar sehen wir Otto als eine bisweilen lächer­lich über­höhte Fig­ur, aber begann Jeanne irgend­wann, ihn wirk­lich zu has­sen? Wie ist das heute? Wie hat sich ihr Ver­hält­nis zu den Eltern entwick­elt?

Im Inter­view fasst der Regis­seur genau den Punkt zusam­men, über den ich gerne mehr gewusst hätte: „So sehr Jeanne Mühl gehas­st hat, so sehr hat sie geweint als er gestor­ben ist“, sagt er. Jeanne Trem­sal sagt: „Das war die einzige Welt, die ich kan­nte, und ich habe sie als sehr schön emp­fun­den. Ich war ein Kind unter anderen Kindern. Uns wurde ja immer gesagt, dass die Welt draußen die Hölle sei. Und später dann, wenn Otto einen begehrt hat, fühlte man sich auch geehrt, denn er wurde ja als der unange­focht­ene Chef und Gott betra­chtet. Das Infragestellen kam erst viel später. Als mir der sex­uelle und psy­chol­o­gis­che Miss­brauch klar wurde. Deshalb hat­te Christo­pher die Idee, die Geschichte ‚aus den Augen des Mäd­chens‘ zu erzählen. Aus einem Blick­winkel, der nicht wer­tend ist.“

Trotz allem – und obwohl ich immer wieder das Bedürf­nis hat­te, eigentlich einen Doku­men­tarfilm über diese Zeit sehen zu wollen – ist Christop­er Roth und Jeanne Trem­sal ein ein­drück­lich­er Film gelun­gen, und das liegt unter anderem daran, dass die Fig­ur der Jeanne eben ambiva­lent geze­ich­net wird, dass sie nicht ein­fach ein Opfer ist, dass ihre Fig­ur nicht ein­fach eindi­men­sion­al gezeigt wird. Auch sie ist fasziniert von der Sex­u­al­ität, von ihrer Wirkung auf Män­ner. Und auch Muehl wird nicht eindi­men­sion­al als Täter geze­ich­net, der ein­fach nur das Böse in sich trägt. Nicht zulet­zt ist diese Vielschichtigkeit auch den Haupt­darstellern zu ver­danken, allen voran der jun­gen Jana McK­in­non als Jeanne und Clemens Schick als Otto.

Und noch eine Anmerkung zulet­zt: Ich fand es toll, nach vie­len Jahren endlich wieder ein­mal Julia Hum­mer (Absolute Gigan­ten, Die innere Sicher­heit) in der kleinen, aber ein­drück­lich gespiel­ten Neben­rolle der Sophie in einem Kinofilm zu sehen.

06 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Jeanne (Jana McK­in­non) reit­et davon
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Die Deutsch­land­premiere fand 2022 beim Münch­n­er Film­fest statt, der Filmver­leih Port au Prince Pic­tures bringt SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL am 24. Novem­ber 2022 in die deutschen Kinos.

Regie: Christo­pher Roth

Buch: Jeanne Trem­sal & Christo­pher Roth

Pro­duzent: Andro Stein­born (Arden Film)

Kam­era: Lydia Richter Schnitt: Christoph Bargfrede, Christo­pher Roth

Ton: Tobias Böhm

Musik: Cosi­mo Flohr

Sound­de­sign & Mis­chung: André Ben­doc­chi-Alves

Cast­ing: Natascha Zim­mer­mann

Szenen­bild: Michael Schindlmeier

Kostüm­bild: Nicole Fis­chnaller

Masken­bild: Anna Jüngling

Pro­duk­tions­förderung: Hes­sen­Film und Medi­en, die Beauf­tragte der Bun­desregierung für Kul­tur und Medi­en (BKM), Deutsch­er Film­förder­fonds (DFFF)

CAST
Jeanne                Jana McK­in­non

Otto                    Clemens Schick

Jean                    Leo Altaras

Sophie                Julia Hum­mer

Susanne             Ina Paule Klink

Otis                     Arsseni Bult­mann

Bil­ly                     Noe­mi Nico­laisen

Kathrin               Aenne Schwarz

Mathilde           Jeanne Trem­sal

Roland               Dirk von Lowt­zow

Poli­tik­er             Hanns Zis­chler

Kiki                      Rebec­ca Sick­müller

Josef                   Stef­fen Wink

Gisela                 Angela Scherz

Julie                    Miri­am Schi­weck

Geral­dine          Julia Anna Grob

Simone              Sil­va Biel­er

ENGLISH VERSION

A film by Jeanne Trem­sal and Christo­pher Roth

With Jana McK­in­non, Clemens Schick, Leo Altaras, Julia Hum­mer, Ina Paule Klink, Noe­mi Nico­laisen, Aenne Schwarz, Jeanne Trem­sal, Hanns Zis­chler, Dirk von Lowt­zow and many more.

07 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Jean (Leo Altaras) und Jeanne (Jana McK­in­non)
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Simone and Hol­ger have fall­en in love. But where Simone (Sil­va Biel­er) and Hol­ger live, you should­n’t fall in love. Sex is allowed, but love: Love is for­bid­den. Hol­ger has to go. And Simone has to real­ize that love does­n’t work. „Papa” for­bids that. „Papa” is Otto (Clemens Schick). And Otto is the charis­mat­ic, crazy boss of a remote Aus­tri­an rur­al com­mune, 600 inhab­i­tants, not far from the Hun­gar­i­an bor­der.

A few months ear­li­er: We accom­pa­ny Jeanne (Jana McK­in­non), a teenag­er, 14 years old. When Jeanne was two, she and her sis­ter Julie (Miri­am Schi­weck) were left in the com­mune by her par­ents. They should grow up there on the farm in the self-suf­fi­cient com­mu­ni­ty – they even take care of their own school­ing, the com­mu­ni­ty is some­times called the „island” – in a bet­ter world. With many oth­er chil­dren, in nature, on the farm, with­out my par­ents. They rarely stop by and live in a city com­mune them­selves. That is one of the prin­ci­ples of the com­mune: chil­dren grow up with­out par­ents because, accord­ing to Otto, the nuclear fam­i­ly is “the ori­gin of all evil”. And not only that, two-per­son rela­tion­ships are also for­bid­den, accord­ing to Otto’s law. „If some­one falls in love and tries to have a two-way rela­tion­ship, then we report it.” So that you don’t become like the „bour­geois out there”. Only the women have fixed rooms, the men have to sleep with a dif­fer­ent woman every night. And if pos­si­ble not too often the same. We remem­ber: „Any­one who sleeps with the same per­son twice already belongs to the estab­lish­ment.” And it’s not okay that Hol­ger fell in love with Sophie (Julia Hum­mer), at least that’s what is said. Hol­ger has to go to the city com­mune in Ams­ter­dam. Sophie can stay.

Even Joseph Beuys was sup­posed to come by at some point – and an impor­tant Vien­nese social demo­c­rat comes by reg­u­lar­ly and lets Otto do his thing as long as he can pat any of the women on the knee. An impor­tant reg­u­lar event in the munic­i­pal­i­ty is the „SD”, the self-expres­sion, in which every­one has to present their prob­lems and weak­ness­es, for exam­ple in dra­mat­i­cal­ly exag­ger­at­ed act­ing. At least as impor­tant is the „struc­ture”, a rank­ing list in which the res­i­dents are clas­si­fied. Who­ev­er is high­er up has more to say. At the top is of course Otto. And ecsta­t­ic com­mu­nal dances take place reg­u­lar­ly.

Otis (Arsen­ni Bult­mann) is Jeanne’s best friend. writer, as she puts it. She is his muse. Now and then he is even allowed to look at her breasts. In gen­er­al, Jeanne actu­al­ly has it easy, she is Otto’s favourite. But then every­thing changes: Jeanne falls in love with the attrac­tive 16-year-old Jean, whom every­one some­how thinks is great. He reg­u­lar­ly rides bare-chest­ed across the ter­rain. He often sleeps out­side and comes to school irreg­u­lar­ly. He too falls in love with her. Jeanne’s emo­tion­al world is in tur­moil. Sud­den­ly she feels jeal­ousy at every oppor­tu­ni­ty and she is ashamed: because she is falling in love ille­gal­ly, although up to now she has stood behind the laws of the com­mune so much.

08 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Jeanne (Jana McK­in­non)
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

One day Otto has a spe­cial task for Jeanne: she is sup­posed to take care of the men­tal­ly hand­i­capped Kiki, Otto’s daugh­ter. Jeanne lives with her – and is there­fore very close to Otto. And there is obvi­ous­ly anoth­er prin­ci­ple that Jeanne did­n’t know any­thing about: Otto sneaks into her bed at night and touch­es her. Jeanne flees to Jean, he com­forts her and takes her with him, togeth­er they ride through nature – and final­ly sleep togeth­er in a clear­ing. But Otto gets wind of it and avenges the shame­ful behav­ior of the two young peo­ple in a spe­cial way.

SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL is the film adap­ta­tion of a true sto­ry – name­ly the life sto­ry of that Jeanne, Jeanne Trem­sal is her name. Jeanne Trem­sal wrote down her life mem­o­ries – and she was also involved in the mak­ing of this film in a spe­cial way: Jeanne Trem­sal is the screen­writer of the film (togeth­er with Christo­pher Roth, who also direct­ed it) and she plays Jeanne’s moth­er, Mathilde, in the film.

Jeanne Trem­sal was born in 1977 in La Mon­tagne, near Nantes, not far from the Atlantic coast. She then lived in the com­mu­ni­ty of per­for­mance artist Otto Muehl, on a farm 60 kilo­me­ters from Vien­na. She final­ly did her act­ing train­ing in Munich, since then she has main­ly act­ed in TV films and series, but also, for exam­ple, with a small role in Til Schweiger’s Keinohrhasen or in var­i­ous the­ater and opera engage­ments. She cur­rent­ly lives in Berlin, where she runs the restau­rant „Le Petit Roy­al”.

You have to go back a lit­tle to Otto Muehl: he was born in Bur­gen­land in 1925, was draft­ed into the Wehrma­cht two years before the end of the war, stud­ied Ger­man, his­to­ry and art after the war to become a teacher. He turns to per­for­mance art (“swamp­ing of a female body”, “piss action”, in which three naked men com­pete to uri­nate), pig slaugh­ter, urine, feces, naked bod­ies were often part of Muehl’s art actions, some­times with pub­lic protests and legal dis­putes against him.

In 1970, Muehl began to found a com­mune in Vien­na, which grew sig­nif­i­cant­ly over the years, and with which he final­ly moved to the „Friedrichshof” in Bur­gen­land in 1974. In the com­mune there were just those group ana­lyzes that were grad­u­al­ly devel­oped into „self-rep­re­sen­ta­tion”. The work of var­i­ous ther­a­pists and ana­lysts (Josef Dvo­rak, Wil­helm Reich, Fritz Perl, etc.) formed the the­o­ret­i­cal and prac­ti­cal basis for this. Hier­ar­chies were by no means abol­ished, but rather designed open­ly and con­scious­ly. Sex­u­al attrac­tive­ness played a role in hier­ar­chi­cal clas­si­fi­ca­tion, and over time Muehl began to reject cou­ple rela­tion­ships and small fam­i­lies – and to enforce this rejec­tion in the com­mu­ni­ty.

The com­mune in Friedrichshof grew and over time, more and more urban branch­es, the city com­munes, were found­ed in Vien­na, Munich, Gene­va, Paris, Berlin, etc. In 1983 the group final­ly had 600 mem­bers, and there was repeat­ed pub­lic crit­i­cism because of the open Sex­u­al­i­ty and because of the prin­ci­ple of com­mu­ni­ty prop­er­ty – the term „sect” was some­times used. Chil­dren were often sep­a­rat­ed from their par­ents in order to pre­vent the hat­ed small fam­i­lies from devel­op­ing. Part of the group moved to La Gomera after the Cher­nobyl dis­as­ter. Inter­nal and exter­nal crit­i­cism of Muehl final­ly cul­mi­nat­ed in 1988, when pros­e­cu­tors began inves­ti­gat­ing him for sex­u­al abuse. The com­mune was sub­se­quent­ly dis­solved and in 1991 Otto Muehl was sen­tenced to sev­en years in prison. In 2010 he pub­licly apol­o­gized for his sex­u­al assaults, final­ly dying in Por­tu­gal in 2013.

09 – SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL – Die Rebel­lion der Kinder
Copy­right: © Port au Prince Pic­tures / Lydia Richter

Back to the film: What is notice­able rel­a­tive­ly soon is the lack of a his­tor­i­cal, tem­po­ral local­iza­tion of the plot. This gives the film some­thing uni­ver­sal, even if as a view­er you actu­al­ly feel com­pelled to clas­si­fy the plot – espe­cial­ly if, like me, you have lit­tle knowl­edge of the events in Muehl’s com­mune. Christo­pher Roth, the direc­tor says: “But we only start­ed mak­ing films in the late eight­ies, when punk actu­al­ly exist­ed and the real Mühl was already an old man. All of this is dif­fi­cult to com­pre­hend today. It was­n’t the six­ties or the hip­pies. We weren’t inter­est­ed in any of that. That’s why the view­er does­n’t know at first where and when the film is tak­ing place. Could be any­where and also today. Only when the GDR bor­der is opened, when the barbed wire is cut through by the Aus­tri­an for­eign min­is­ter on the tele­vi­sion news, is there a clue. But at the same time the scene seems to be from a com­plete­ly dif­fer­ent time. Sud­den­ly time and space come togeth­er again – but the con­nec­tion is gone again imme­di­ate­ly.” This uni­ver­sal­i­ty is on the one hand a strength of the film, but also a cer­tain weak­ness, because in pre­cise­ly those moments I always wish to see a doc­u­men­tary film, or to hear a com­ment that clas­si­fies the action, in its prox­im­i­ty or in its dis­tance to the events at the Friedrichshof. Do the pro­tag­o­nists reflect real com­mu­nards, or are they exem­plary, fic­tion­al­ized char­ac­ters? „We want­ed a com­ing-of-age sto­ry for peo­ple who had nev­er heard of Otto Mühl,” says Jeanne Trem­sal – and the strength of the film lies pre­cise­ly in this com­ing-of-age sto­ry.

But there is anoth­er point on which I would like the doc­u­men­tary all the more: I would like to know how Jeanne Tremsal’s atti­tude towards Otto Muehl devel­oped, in her mem­o­ry as a child, as a teenag­er, when this view changed did when he got into bed with her? before? How did her rela­tion­ship with the com­mu­ni­ty devel­op lat­er, what does she think of her par­ents today? These are all ques­tions that are not answered in detail, but which I as a view­er would like to have answered. It leaves me with a strange sense of indif­fer­ence after the film. Of course we see Otto as a some­times ridicu­lous­ly exag­ger­at­ed char­ac­ter, but did Jeanne start to real­ly hate him at some point? how is today How did your rela­tion­ship with your par­ents devel­op?

In the inter­view, the direc­tor sums up exact­ly the point I would have liked to know more about: „As much as Jeanne hat­ed Mühl, she cried as much when he died,” he says. Jeanne Trem­sal says: “It was the only world I knew and I found it very beau­ti­ful. I was a child among oth­er chil­dren. We were always told that the world out­side was hell. And lat­er, when Otto desired you, you also felt hon­ored, because he was regard­ed as the undis­put­ed boss and god. The ques­tion­ing came much lat­er. When I became aware of the sex­u­al and psy­cho­log­i­cal abuse. That’s why Christo­pher came up with the idea of ​​telling the sto­ry ‚through the eyes of the girl’. From a non-judg­men­tal per­spec­tive.”

In spite of every­thing – and although I always had the urge to actu­al­ly see a doc­u­men­tary film about this time – Christo­pher Roth and Jeanne Trem­sal have made an impres­sive film, and this is part­ly due to the fact that the char­ac­ter of Jeanne is drawn ambiva­lent­ly, that she’s not just a vic­tim, that her char­ac­ter isn’t just shown one-dimen­sion­al­ly. She too is fas­ci­nat­ed by sex­u­al­i­ty and its effect on men. And Muehl is not por­trayed one-dimen­sion­al­ly as a per­pe­tra­tor who sim­ply car­ries evil with­in him­self. Last but not least, this com­plex­i­ty is also due to the main actors, above all the young Jana McK­in­non as Jeanne and Clemens Schick as Otto.

And one final com­ment: I thought it was great to final­ly see Julia Hum­mer (Absolute Gigan­ten, Die Innere Sicher­heit) again after many years in the small but impres­sive­ly played sup­port­ing role of Sophie in a movie.

The Ger­man pre­mière took place in 2022 at the Munich Film Fes­ti­val, the film dis­trib­u­tor Port au Prince Pic­tures will bring SERVUS PAPA, SEE YOU IN HELL to Ger­man cin­e­mas on Novem­ber 24, 2022.

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