HOW TO MAKE A KILLING von Franck Dubosc ab 6. November 2025 im Kino

HOW TO MAKE A KILLING: Michel (Franck Dubosc) und Cathy (Lau­re Calamy) haben ein kleines Prob­lem (© 2024 Gau­mont, Pour Toi Pub­lic Pro­duc­tions, France 2 Ciné­ma, Foto Julien Panié)

„Ich habe mir Gren­zen geset­zt – und einige davon über­schrit­ten. Ich weiß, dass manche Szenen ver­störend sind. An eini­gen Stellen habe ich sie durch Musik entschärft, um die Dra­matik etwas abzuschwächen. Wäre es mein erster Film gewe­sen, hätte ich die Gewalt und Action wahrschein­lich über­trieben. Aber ich kenne mein Pub­likum und mir war bewusst, dass – auch wenn ich es aus Spaß gemacht hätte – es für einige schw­er ver­daulich gewe­sen wäre.” Das sagt Regis­seur, Drehbuchau­tor und Haupt­darsteller Franck Dubosc über seinen neuen Film „How to make a killing”, im franzö­sis­chen Orig­i­nal heißt der Film „Un ours dans le Jura”, also „Ein Bär im Jura”. Und er deutet damit auch schon an, in welch­er Gen­rerich­tung wir uns bewe­gen wer­den: Kri­mi, Komödie und auch Film Noir.

Franck Dubosc ist von Hause aus Schaus­piel­er, mir per­sön­lich am ehesten bekan­nt aus „Aster­ix bei den Olymp­is­chen Spie­len” aus dem Jahr 2008, in dem er Troubadix spielte. Von der Kri­tik wurde der Film damals zer­ris­sen, was meinen Sohn aber nicht anficht, ihn in regelmäßi­gen Abstän­den wieder sehen zu wollen. Ab 2018 stieg er dann auch ins Regiefach um und drehte zunächst sein Regiede­büt „Liebe bringt alles ins Rollen”, eine Liebeskomödie, für die er sich selb­st in der Haup­trol­le beset­zte, es war längst die Zeit, in der mein Inter­esse an franzö­sis­chen Komö­di­en am Sinken begrif­f­en war. „Liebe bringt alles ins Rollen” jeden­falls habe ich nie gese­hen, und wenn ich mir so den Trail­er anse­he, wird das auch nie passieren. „Die Rum­ba-Ther­a­pie”, 2022, Regie, Buch, Haup­trol­le Dubosc klingt schon vom deutschen Titel her entset­zlich, „Rum­ba la vie” scheint auch nicht mehr zu ver­sprechen. Naja, den Trail­er empfinde ich gar nicht als so schlimm. Im Jahr 2023 „Fast per­fek­te Wei­h­nacht­en”. Filme mit dem W‑Wort lasse ich aus Prinzip aus, da reicht’s noch nicht mal für den Trail­er. Dann scheint er sein Gen­re­spek­trum zu erweit­ern: „Die Wer­wölfe von Düster­wald”, eine Fan­ta­sykomödie, hab ich natür­lich nicht gese­hen. Trail­er: Jaaa, vielle­icht ganz unter­halt­sam, mit meinem Sohn würde ich in zwei, drei Jahren in sowas reinge­hen und möglicher­weise wür­den wir uns dur­chaus gut unter­hal­ten. Faz­it: Wenn ich nun mit „How to make a killing” meinen ersten Dubosc-Film anse­he, sind meine Erwartun­gen ganz schön niedrig. Gute Chan­cen dafür, pos­i­tiv über­rascht zu wer­den. Est aber noch ein Zitat des Regis­seurs: „Von Anfang an habe ich dem Team deut­lich gemacht, dass wir keinen ‚amerikanis­chen’ Film drehen. Auch wenn ich diese Art von Kino liebe, ist dies ein franzö­sis­ch­er Film mit sehr franzö­sis­chen Fig­uren, die franzö­sis­che Anoraks tra­gen, ihre Kinder zur Schule brin­gen… Selb­st die Gen­dar­men sehen aus wie echte Gen­dar­men.” Na dann.

Irgend­wo im Wald, im tiefen Schnee in Frankre­ich, kurz vor Wei­h­nacht­en. Eine Gruppe von Men­schen sind unter­wegs. Der Specht klopft. Schleuser mit ille­galen Flüchtlin­gen? Dann begeg­nen sie einem Bären… Der­weil ist Michel mit seinem Pick­up auf den ver­schneit­en Straßen unter­wegs. Ein kurz­er Moment der Unaufmerk­samkeit und prompt über­sieht er den auf der Straße ste­hen­den Bären. Dem kann er noch auswe­ichen, nicht jedoch dem am Straßen­rand ste­hen­den Auto. Gle­ich zweite Tote hat das zur Folge: Die Frau als direk­tes Opfer, ihr Mann wird beim Sturz von der Böschung von einem Ast aufge­spießt. Er ist der Drahtzieher der ver­mut­lichen Schleuser­ak­tion. Das kann der arme Michel ja aber nicht wis­sen. Nun ist er plöt­zlich für den Tod von zwei Men­schen ver­ant­wortlich. Hil­f­los fährt er erst ein­mal nach Hause, doch auch sein­er Frau Cathy sagt er erst­mal nichts. Dann platzt es beim Essen aus ihm her­aus: „Ich habe zwei Fremde getötet!” Seine Frau meint jedoch, dass es im Jura gar keine Bären gäbe. Na einen schon, meint Michel. Und die Polizei habe er nicht gerufen, weil sein Auto nicht ver­sichert sei. Schließlich hat die Fam­i­lie eh schon Geld­prob­leme. Gott sei Dank hat Cathy Krim­ier­fahrung und weiß was zu tun ist. Sie fahren zur Unfall­stelle und wis­chen Michels Fin­ger­ab­drücke vom Auto. Doch dann ent­deckt Cathy Über­raschen­des: Im Kof­fer­raum des Autos der Frem­den liegt eine Tasche mit einem Haufen Kohle, Geld das sie drin­gend benöti­gen kön­nten.

Inzwis­chen sind die geschleusten Flüchtlinge bei der lokalen Polizeis­ta­tion eingetrof­fen, aber noch gibt es Sprach­bar­ri­eren. Der etwas ein­fältige Gen­darm, Roland, muss sich aber um die Wei­h­nachtsvor­bere­itun­gen küm­mern, um seine Tochter – und für seine geschiedene Frau will er auch noch Geschenke besor­gen. Und den Wei­h­nachts­baum holen – und das aus­gerech­net bei Michel zu Hause, der ger­ade ein Haufen Geld im Haus und zwei Leichen auf dem Pick­up hat. Mit Mühe und Not kön­nen sie ihn ablenken. Doch was soll denn nun mit den bei­den Leichen passieren? Vielle­icht, meint Cathy, kön­nte man ja dem Bären die Schuld am Tod der bei­den in die Schuhe schieben?

Da begin­nt ein Katz-und-Maus-Spiel zwis­chen Cathy und Michel ein­er­seits und der lokalen Polizei ander­er­seits. Doch wer zunächst ein­mal nicht mit­spielt, ist der Bär. Nun scheint sich das Netz um Michel und Cathy enger zu ziehen. Und dann spielt da noch das Popo­drom eine Rolle, der nahegele­gene Swinger­club. Aber bald ist der biedere Roland noch das ger­ing­ste Prob­lem, mit dem die bei­den zu tun haben…

Die Hand­lung nimmt in der Tat noch zwei, drei über­raschende Wen­dun­gen. Aber wie ord­net sich der Film denn nun in die Rei­he der bish­eri­gen Dubosc-Filme ein? Naja. Grund­sät­zlich erken­nt man auch hier seine Hand­schrift. Erst­mal ist das alles sehr unter­halt­sam und kurzweilig, mein Prob­lem mehr in der Grund­hal­tung des Films. Mir ist zum einen manch­es am Drehbuch zu holzschnit­tar­tig, das Gen­rekon­strukt scheint immer wieder zu sehr durch. Manch­es ist mir zu unl­o­gisch, vieles zu sehr Gen­rek­lis­chee, vieles unglaub­würdig und inkon­se­quent, manch­es fällt aber wiederum auch so her­aus, dass es über­haupt nicht ins Genre hinein­passt. Ich will da auch in ein­er Krim­ikomödie mehr Glaub­würdigkeit sehen. Es sei denn es wäre dann wiederum mehr Groteske oder Satire, das ist es aber nicht. Trotz allem: Ich mochte da schon einiges, es gibt schöne Szenen, etwa den Hand­lungsstrang um den Sohn, auch da will ich nicht zu viel erzählen Ich habe den Ver­dacht, dass HOW TO MAKE A KILLING trotz allem mein Dubosc-Lieblings­film wäre, wenn ich denn je einen anderen gese­hen hätte.

HOW TO MAKE A KILLING: Cathy (Lau­re Calamy) hat viele Krim­is gele­sen und ken­nt sich aus (© 2024 Gau­mont, Pour Toi Pub­lic Pro­duc­tions, France 2 Ciné­ma, Foto Julien Panié)

HOW TO MAKE A KILLING

Orig­inalti­tel: UN OURS DANS LE JURA

Regie: Franck Dubosc
Mit: Franck Dubosc, Lau­re Calamy, Benoît Poelvo­orde, Joséphine de Meaux, Lou­ka Meli­a­va  u.v.m.
Pro­duk­tion: Frankre­ich 2024
Lau­flänge: 114 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Kinos­tart: 6. Novem­ber 2025

Trail­er: https://youtu.be/0tnAtzFtgZ0 Web­site: https://weltkino.de/filme/how-to-make-a-killing

HOW TO MAKE A KILLING: Cathy (Lau­re Calamy) und Michel (Franck Dubosc) müssen zwei Leichen loswer­den (© 2024 Gau­mont, Pour Toi Pub­lic Pro­duc­tions, France 2 Ciné­ma, Foto Julien Panié)

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