A Pale View of Hills beim Nippon Connection Filmfestival

„Damals in Nagasa­ki” heißt Kazuo Ishig­uros Debütro­man „A Pale View of Hills” auf Deutsch. Ein­mal muss die Besprechung ein­er Lit­er­aturver­fil­mung unbe­d­ingt mit der Vor­lage anfan­gen, denn Kazuo Ishig­uro ist Lit­er­aturnobel­preisträger, den Preis erhielt er im Jahr 2017. Ich wollte ja nach­le­sen, wie die Nobel­preis­be­grün­dung lautet. Ist das immer so, dass die nur aus einem Satz beste­ht? Jeden­falls erhält mit Kazuo Ishig­uro ein Autor den Preis, „der in Roma­nen von stark­er emo­tionaler Wirkung den Abgrund in unser­er ver­meintlichen Ver­bun­den­heit mit der Welt aufgedeckt hat“. Geboren wurde er im Jahr 1954 in Nagasa­ki, jen­er Stadt, die am 9. August 1945 um 11:02 Uhr durch eine Atom­bombe zer­stört wurde. Nagasa­ki liegt auf der Insel Kyushu, ganz im Süd­west­en Japans. Als er fünf war, zogen seine Eltern mit ihm nach Großbri­tan­nien. Und wie das so des Öfteren mit Lit­er­aturnobel­preisträgern ist, wer­den sie in viele Sprachen über­set­zt, in dem Fall in 50 Stück. Ach den Book­er Prize erhielt er auch noch und für sein Drehbuch für „Liv­ing” aus dem Jahr 2022, ver­filmt von Oliv­er Her­manus, erhielt er eine Oscar-Nominierung. Her­manus hat zulet­zt „The His­to­ry of Sound” in die Kinos gebracht. Eben­falls erfol­gre­ich ver­filmt wur­den seine Romane Was vom Tage übrig­blieb und Alles, was wir geben mussten. Und es geht noch weit­er: Im Jahr 2018 wurde er zum Rit­ter geschla­gen, 2025 zum Com­pan­ion of Hon­our ernan­nt. Zudem ist er Träger des franzö­sis­chen Ordens Cheva­lier de l’Ordre des Arts et des Let­tres und des japanis­chen Ordens der Aufge­hen­den Sonne (Gold- und Sil­ber­stern). Das nimmt ja kein Ende.

Manch­mal ist es ja inter­es­sant, alte Buchkri­tiken zu neuen sich am Him­mel abze­ich­nen­den Lit­er­aturstars auszu­graben, in der Hoff­nung der Buchkri­tik­er möge das Genie des Lit­er­at­en grandios überse­hen. In dem Fall: Ich fand eine Kri­tik in der Neuen Zürcher Zeitung vom 2. Mai 1985, die eigentlich recht ange­tan war von diesem Erstlingsro­man: „Die Ruhe des Erzählstils hat ihre Entsprechung in der Ruhe des Lebensstils manch­er Erzählfig­uren (…) So grün­den die Ruhe der Sprache und die Ruhe der Erzählfig­uren gemein­sam in der Ver­gan­gen­heit von Nagasa­ki”, schrieb Wal­ter Schenker, Schweiz­er Ger­man­ist und Schrift­steller, 1943 bis 2018.

Und wie so oft bei Lit­er­aturver­fil­mungen habe ich auch dieses Mal die Vor­lage nicht gele­sen, und wie so oft nehme ich es mir aber fest vor. Hat ja auch nur erfreulich über­sichtliche 224 Seit­en. Aber so wichtig ist das auch nicht, entschei­dend ist ja, dass es ein guter Film ist. Und da gibt es bei Lit­er­aturver­fil­mungen ja so unendlich viele Klip­pen. Meine These: Je freier der Drehbuchau­tor mit dem Stoff umge­ht, desto größer ist die Chance, dass es ein guter Film wird. Weil: Ein Roman funk­tion­iert dra­matur­gisch gese­hen schlicht und ein­fach kom­plett anders als ein Film. Und da ist die Gefahr groß, dass einen die Fes­seln der Roman­vor­lage daran hin­dern, ein gutes Buch zu schreiben. Noch schlim­mer ist das übri­gens bei Biopics. Neun­zig Prozent der Biopics sind schlecht. Weil: Noch weniger als ein Roman gle­icht ein Leben der Dra­maturgie eines Films. Meine These wiederum: Lieber noch schlecht erfun­den als mit­telgut adap­tiert. Denkt euch vor­la­ge­nun­ab­hängige Drehbüch­er aus. Aber mal sehen, vielle­icht wird das ja was mit „A Pale View of Hills”.

Unter dem Titel „The chal­lenge of adapt­ing a Nobel Prize-win­ning author’s debut nov­el” liegt dem Presse­ma­te­r­i­al in der Tat ein klein­er Text bei, der sich mit der Lein­wan­dadap­tion beschäftigt, ich zitiere: „Im Jahr 2020 sandte der japanis­che Pro­duzent Hiroyu­ki Ishig­uro einen Brief an den Regis­seur Kei Ishikawa. Es war eine unmissver­ständliche Ein­ladung, gemein­sam einen Film zu real­isieren: eine Adap­tion des Debütro­mans ‚A Pale View of Hills’ des Autors Kazuo Ishig­uro – konzip­iert für ein weltweites Pub­likum. Ishikawas erster Lang­film „Guko­roku – Traces of Sin“ (2016) hat­te bei Ishig­uro einen tiefen Ein­druck hin­ter­lassen; ins­beson­dere die unver­wech­sel­bare kün­st­lerische Hand­schrift des Regis­seurs, die der schw­er fass­baren Essenz des Men­sch­seins nach­spürte, hat­te den Pro­duzen­ten den Wun­sch reifen lassen, eines Tages mit ihm zusam­men­zuar­beit­en. (…) Im Ver­lauf der Gespräche zwis­chen Regis­seur Ishikawa und Pro­duzent Ishig­uro wurde ihnen rasch klar, dass es sich um ein inter­na­tionales Pro­jekt han­deln würde. Daher beschlossen sie, Kon­takt zu Miyu­ki Fuku­ma aufzunehmen (…). Fuku­ma selb­st beschreibt ihre Beweg­gründe wie fol­gt: ‚Ich entsch­ied mich für die Mitar­beit an diesem Pro­jekt, weil ich instink­tiv spürte, welch beson­dere Bedeu­tung es für Regis­seur Ishikawa hat­te – und weil das Pro­jekt selb­st als eine Art Stafet­tenüber­gabe an die näch­ste Gen­er­a­tion ver­standen wer­den kön­nte.’ (…) Und so nahm das Pro­jekt im März 2022 – nach­dem die offizielle Genehmi­gung für die Ver­fil­mung des Romans erteilt wor­den war – endlich Fahrt auf und ging in die konkrete Umset­zungsphase über.”

Aber einen Bogen weit hole ich dann doch noch aus: Kei Ishikawa ist der Regis­seur dieses Films. Er studierte inter­es­san­ter­weise Film­regie an der Nationalen Filmhochschule in Łódź, Polen. Zurück in Japan gab er sein Spielfilmde­büt Traces of Sin, der dann prompt bei den 73. Film­fest­spie­len von Venedig in der Sek­tion Oriz­zon­ti lief. A Man, der eben­falls in Venedig gezeigt wurde und beim Busan Inter­na­tion­al Film Fes­ti­val lief, gewann in der Folge acht bedeu­tende Ausze­ich­nun­gen beim 46. Japan Acad­e­my Film Prize – darunter die Preise für den besten Film und die beste Regie.

Aber nun endlich zum Film.

Wir befind­en uns in Nagasa­ki im Jahr 1952, sieben Jahre nach dem Krieg, ein früher Mor­gen. Eine junge Frau bere­it­et ihrem Ehe­mann das Früh­stück, er liest Zeitung, sie erwarten ein Kind. Schon halb acht, er muss drin­gend los, sie richtet ihm die Krawat­te. Sein Vater käme näch­ste Woche möglicher­weise aus Fukuo­ka zu Besuch. Ob sie schon­mal das Gästez­im­mer vor­bere­it­en könne. Ja, aber jet­zt erst ein­mal eine Pause, sie liest ein Modemagazin und genießt die Aus­sicht aus dem Fen­ster, die Weite der malerisch-bun­ten Land­schaft, die zur Schule eilen­den Kinder, die Nach­bars­frau, die eine Beziehung zu einem amerikanis­chen Sol­dat­en hat.

Schnitt. Der Vorspann, Schwarzweiß­fo­tos aus der Nachkriegszeit, die Ruinen Nagasakis, US-Sol­dat­en, über­lebende Bewohn­er der Stadt, fröh­liche Kinder und Jugendliche, her­anwach­sende Frauen, dann:

Ein Sprung nach Eng­land, 1982. Die junge, auf­strebende, in Lon­don lebende japanisch-britis­che Schrift­stel­lerin Niki Sher­ing­ham besucht ihre Mut­ter, Etsuko, in deren englis­chen Land­haus, das sie bald verkaufen möchte. Es sei für sie alleine zu groß und Niki kön­nte doch auch etwas von dem Geld gebrauchen. Während die Mut­ter noch einen starken japanis­chen Akzent hat, ist die Tochter eine richtige Britin. Sie will ein Buch schreiben, das auf den Nachkriegser­leb­nis­sen ihrer Mut­ter in Nagasa­ki basiert. Und in dem Land­haus find­et sie nun etliche Fotos aus jen­er Zeit – und Zeitungsauss­chnitte, über den Wieder­auf­bau Nagasakis und so. Und alte Briefe an ihre Mut­ter. Aber die Stim­mung der bei­den ist getrübt wegen des Suizids von Etsukos älter­er Tochter Keiko. Über­all im Haus begeg­net man noch Spuren von Keiko, etwa die Striche am Tür­rah­men, an der sie die Kör­per­größe der her­anwach­senden Mäd­chen markiert hat­ten.

Niki ist aber nicht nur Schrift­stel­lerin, sie schreibt auch als Jour­nal­istin über aktuelle poli­tis­che The­men, etwa das „Green­ham Com­mon Women’s Peace Camp”, eine Rei­he von Protest­camps von Frauen gegen die Sta­tion­ierung von Atom­waf­fen.

Niki ver­sucht ihre Mut­ter dazu zu überre­den, dass sie ihr von ihren Erin­nerun­gen an Nagasa­ki erzählt. Etsuko zweifelt, dass sich in Eng­land jemand für Nagasa­ki inter­essiert. Und so begin­nt die Mut­ter denn zu erzählen von ihren Erin­nerun­gen im Jahr 1952, damals, siehe Pro­log, als sie eine wer­dende Mut­ter war. Und nun sprin­gen die Bilder zurück aus dem nächtlichen, ländlichen Eng­land, ins far­big-bunt leuch­t­ende Nagasa­ki, voller mint­far­ben­er Sachen, gelbem, strahlen­dem Licht. Ihre Erzäh­lun­gen begin­nen in ein­er Zeit, lange bevor sie Nikis Vater ken­nen­gel­ernt hat­te, sie aber schon von einem anderen Mann, Jiro, einem Lehrer, schwanger war – mit Keiko. Wegen des Kore­akriegs waren noch viele amerikanis­che Sol­dat­en anwe­send. Sie erzählt von der Begeg­nung mit Sachiko, ein­er jun­gen Frau, die unter ärm­lichen Ver­hält­nis­sen am Stad­trand wohnt. Sie hat­te einst in dem Vier­tel gelebt, das von der Bombe kom­plett zer­stört wurde. Etsuko war einst Musik­lehrerin in dieser Gegend, am Tag als die Bombe fiel, war sie aber nicht in der Schule – aber die Schulkinder…

Sachiko ist voller Hoff­nung darauf, gemein­sam mit ihrer kleinen Tochter Mariko – die hin und wieder Erin­nerun­gen an eine unheim­liche Frau erwäh­nt, die irgend­wo auf der anderen Seite des Flusses lebt, wo eigentlich nie­mand lebt – ein neues Leben in Ameri­ka zu begin­nen. In den USA würde Mariko einen guten Beruf ergreifen kön­nen, vielle­icht sog­ar Film­schaus­pielerin wer­den. Etsuko ver­mit­telt Sachiko einen Job in einem Udon-Nudel­restau­rant. Dort begeg­net sie aber der Diskri­m­inierung als Bombenopfer.

Niki stößt aber auch auf Spuren der Ver­gan­gen­heit, die mit ver­drängten Trau­ma­ta um die Zer­störun­gen durch die Atom­bombe zu tun haben – aber auch mit ver­schwiege­nen, aus­ge­blende­ten Ereignis­sen aus der Zeit davor.

„Es war zutief­st ermuti­gend, den Autor des Romans – Kazuo Ishig­uro – sagen zu hören: ‚Ich war wahrhaft begeis­tert, da ich mir schon immer gewün­scht hat­te, dass ein japanis­ch­er Regis­seur der näch­sten Gen­er­a­tion diesen Roman ver­filmt,’ ” erzählt Kei Ishikawa „Zudem schätze ich mich unglaublich glück­lich, mit ihm zusam­me­nar­beit­en zu dür­fen – sowohl in sein­er Funk­tion als Exec­u­tive Pro­duc­er des Films als auch gewis­ser­maßen als Men­tor. (…) Die The­men Nagasa­ki und Krieg – gepaart mit Charak­teren, die an Fig­uren aus den Fil­men von Ozu erin­nern – wur­den im japanis­chen Kino bere­its unzäh­lige Male aufge­grif­f­en. Doch die britis­che Per­spek­tive sowie das Gefühl des Geheimnisvollen, das durch Kazuo Ishig­uros ‚unzu­ver­läs­si­gen Erzäh­ler’ erzeugt wird, ver­lei­hen der Geschichte einen vol­lkom­men frischen Blick­winkel.”

Ich will mal so sagen: Ich finde die Geschichte toll erzählt, sie zieht mich rein, unter­hält mich, lehrt mich einiges über die japanis­che Geschichte, über die ich viel zu wenig weiß, über die Schick­sale im Umfeld der Atom­bomben, über die ich auch zu wenig weiß. Immer­hin war ich schon ein­mal ein paar Wochen in Japan, was mir das Land wirk­lich näher­bringt. Der Film ist jet­zt, mehr noch als viele andere (gute bis her­vor­ra­gende) Filme des Nip­pon Con­nec­tion Film­fes­ti­vals für mich Anlass, mich mit der Geschichte Japans erneut auseinan­derzuset­zen – übri­gens auch mit der Filmgeschichte. Der Cast ist großar­tig, ins­beson­dere die 50er Jahre-Etsuko, gespielt von Suzu Hirose wird mir sehr in Erin­nerung bleiben. Ich glaube ich werde mal ver­suchen, ihre Kar­riere weit­erzu­ver­fol­gen, so gut das geht. Also: Ein toller Film, eine großar­tige zugrun­deliegende Geschichte. Es gibt den­noch zwei, drei Ein­wände, die ich habe. Das eine hat möglicher­weise – und ich stochere da lei­der allzu sehr im Nebel, weil ich ja eben die Vor­lage noch nicht gele­sen habe – hat möglicher­weise mit dem zu tun, was der Regis­seur erwäh­nte: Kazuo Ishig­uro als „unzu­ver­läs­sigem Erzäh­ler”. Das Prob­lem ist näm­lich, dass sich unzu­ver­läs­siges Erzählen nicht so recht ver­fil­men lässt. Weil Bilder, Film­bilder näm­lich im Wesentlichen ein­deutig sind, zumin­d­est viel viel ein­deutiger als Sätze oder Gedanken. Die Ambivalenz, die Täuschung, alleine schon das unein­deutige, unzu­ver­läs­sige Erin­nern, lässt sich nicht in adäquate Film­bilder ver­wan­deln, zumin­d­est nicht mit solch doch einiger­maßen main­streami­gen Erzähltech­niken, wie sie dieser Film anwen­det – die Main­stream­erzählweise an sich stört mich gar nicht so sehr. Es gibt filmis­che Aus­nah­men, denen es gelingt, die ambiva­lente Erzählweise in Bildern eines Textes bess­er wiederzugeben, mir fällt da etwa Orson Welles’ Kaf­ka-Ver­fil­mung „Der Prozess” ein, dem es immer wieder gelingt, durch rauschhafte, ver­rät­selte Bilder die Unein­deutigkeit der Vor­lage zumin­d­est zu simulieren. Ich müsste mal in mich gehen, da gibt es sich­er noch mehr Beispiele, aber das sind kün­st­lerische, sub­ver­sive Aus­nah­me­fälle. Meis­tens geht durch Ver­fil­mungen viel von dieser Unein­deutigkeit ver­loren. Was an und für sich aber auch nicht schlimm wäre, weil mein per­sön­lich einziges Kri­teri­um, das ich an eine Lit­er­aturver­fil­mung anlege, ist, ob es ein guter Film gewor­den ist. Wie weit sich der Film von der Vor­lage ent­fer­nt, ist mir kom­plett egal.

Was mich zu ein paar weit­eren Punk­ten bringt: Mich stören im Wesentlichen noch zwei Dinge: Das ist ein­er­seits die Musik, die mir etwas zu sehr über die Bilder gek­leis­tert ist, wahrschein­lich bin ich mit­tler­weile etwas ver­wöh­nt durch mutige, inno­v­a­tive Ton­spuren, die ich in den let­zten Jahren immer wieder ken­nen- und schätzen gel­ernt habe. Das andere sind die Außen­bilder in Nagasa­ki: Mir ist das zu viel mintige, rosa, apri­cot-Licht­tünche, das ich als Gemälde auch mal schätzen würde, das sich mir aber zu sehr als kün­stlich ins Gehirn ein­bren­nt. Das sind wun­der­bar kom­ponierte Auf­nah­men, die mir bisweilen zu sehr nach Stu­dio ausse­hen (sind sie das über­haupt?), aber die bunt-leuch­t­en­den Far­ben sind mir zu Insta­gram-Farb­fil­ter-anmu­tend. Zumal die Bilder ja gar nicht heile Welt ausstrahlen sollen, son­dern zumin­d­est eine gewisse Ambivalenz, einen ver­bor­ge­nen Schat­ten. Selb­st Ruinen­bilder sind da schön.

Trotz allem, ich wün­sche diesem Film unbe­d­ingt einen deutschen Ver­leih und viele Zuschauer, es ist den­noch span­nend und beein­druck­end, was er mir erzählt – und dass es ihm gelingt, mich dazu zu brin­gen, mich hinzuset­zen und mit japanis­ch­er Geschichte auseinan­derzuset­zen, ist schon eine ganze Menge: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Aktu­al­isierung dieser The­men durch die Sen­si­bil­itäten ein­er neuen Gen­er­a­tion auch heute noch – 80 Jahre nach Kriegsende – von großer Bedeu­tung ist”, erzählt Kei Ishikawa. „Die Geschichte porträtiert jene, die mit ihren tra­di­tionellen Werten zurück­bleiben, eben­so wie jene, die ihren Blick nach vorn richt­en; zugle­ich ergrün­det sie, wie wir durch die Ver­gan­gen­heit geformt wer­den und diese als Erbe in uns tra­gen – sei es durch his­torische Ereignisse, die wir aus den Geschichts­büch­ern ken­nen, oder durch die gelebte Ver­gan­gen­heit uns nah­este­hen­der Men­schen. Wie wenig uns oft­mals bewusst ist, welche Kämpfe und Ent­behrun­gen diese Men­schen durchge­s­tanden haben! Auf welche Weise wir uns schließlich dazu entschei­den, dieses Erbe weit­erzu­tra­gen – dies ist eines der zen­tralen The­men dieses Films.”

Und als Anre­gung an mich und alle, die Kazuo Ishig­uro noch nicht für sich ent­deckt haben, hier zwei Sätze vom Anfang des Romans: „Niki, der Name, den wir mein­er jün­geren Tochter schließlich gaben, ist keine Abkürzung. Es war ein Kom­pro­miss, den ich mit ihrem Vater schloss.”

https://db.nipponconnection.com/de/event/1994/a‑pale-view-of-hills

CREDITS
Writ­ten, Direct­ed and Edit­ed by Kei Ishikawa
Based upon the nov­el by Kazuo Ishig­uro
Direc­tor of Pho­tog­ra­phy Piotr Niemyjs­ki
Music Paweł Myki­etyn
Cast Suzu Hirose, Fumi Nikai­do, Yoh Yoshi­da
Camil­la Aiko, Kouhei Mat­sushi­ta / Tomokazu Miu­ra
Pre­sent­ed by U‑NEXT
Pro­duc­tion by BUNBUKU, THEFOOL
Co-Pro­duced with Num­ber 9 Films, Lava Films
Release in Japan Sep­tem­ber 5, 2025
FILM FESTIVALS
Cannes Film Fes­ti­val – Un Cer­tain Regard
Toron­to Inter­na­tion­al Film Fes­ti­val – Spe­cial Pre­sen­ta­tions
BFI Lon­don Film Fes­ti­val – Strands

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