COSMO CORPUS beim Nippon Connection Filmfestival

2.0 out of 5.0 stars

Yok­na Hasegawa heißt die Regis­seurin des Films „Cos­mo Cor­pus”. Sie ist im Jahr 1985, sie lebt und arbeit­et sie in Niiga­ta, 790.000 Ein­wohn­er, an der West­küste von Hon­shu, Erdöl und Erdgas kommt aus der Gegend, wir ken­nen die Stadt noch am ehesten von der Fußball-Welt­meis­ter­schaft 2002, als dort ein paar Spiele aus­ge­tra­gen wur­den. Als Videokün­st­lerin trägt sie seit 2006 einen Kün­stler­na­men – Yok­na Pato­fa. Und das sind noch nicht alle Kun­st­gat­tun­gen, auch als Fotografin ist sie erfol­gre­ich, 2013 erhielt sie eine lobende Erwäh­nung beim Wet­tbe­werb „Canon New Cos­mos of Pho­tog­ra­phy“. In den 2010er Jahren drehte sie „Illu­mi­na­tions“ und „Dual City“ – den ersten und zweit­en Teil der Sci­ence-Fic­tion-Trilo­gie „Japan Year Zero“, deren Hand­lung in einem fik­tiv­en geteil­ten Japan ange­siedelt ist. Im Jahr 2015 gewann sie dann beim Nip­pon Con­nec­tion Film­fes­ti­val den „Nip­pon Visions Jury Spe­cial Award“; 2019 wurde sie als Regis­seurin zu „Berli­nale Tal­ents“ der 69. Inter­na­tionalen Film­fest­spiele Berlin ein­ge­laden.

Aus drei Teilen beste­ht der Film, aus der Zukun­ft, aus der „Zukun­ft-Jomon” und aus der Gegen­wart.

In ihrem Inter­net­tage­buch schreibt sie über den Film:

„Das sind Men­schen, die den Film ‚Cos­mo Cor­pus’ bee­in­flusst haben, Fre­unde, mit denen ich mich schon lange über Filme aus­tausche und deren Arbeit ich ursprünglich sehr bewun­dert habe. Aus irgen­deinem Grund wollte ich, dass sie den Film sehen. Ich war so glück­lich, dass sie sich trotz ihres vollen Ter­minkalen­ders die Zeit genom­men haben, über einen Film zu schreiben, der alles andere als kurz ist, und dass ihre Worte, obwohl wir uns schon länger nicht mehr gese­hen hat­ten, die Atmo­sphäre des Films so gut einge­fan­gen haben. Vie­len Dank! Ich habe mich gefragt, ob solche ermuti­gen­den Kom­mentare heutzu­tage noch ange­bracht sind, da sie oft autoritär und werblich wirken, aber als ich anf­ing, sie zu erbit­ten und zu erhal­ten, war es – zumin­d­est in meinem Fall – nicht mehr so ​​ein­fach. Ich hat­te das Gefühl, ihre Worte kämen zu mir zurück. Ich bin ein­fach allen, die geschrieben haben, unendlich dankbar. Wenn ich mir noch etwas wün­schen dürfte, gäbe es da noch eine Per­son, die ich gerne um einen Kom­men­tar gebeten hätte, aber ich hoffe, sie sieht den Film irgend­wann. Sobald sich die Lage beruhigt hat, möchte ich die Kom­mentare gerne als Archiv auf ein­er Web­site oder Ähn­lichem veröf­fentlichen.”

Und dann begin­nt dieses 2:18h-Science-Fiction-Werk mit dem „Teil 0”: „A Weapon of Mas­sacre that Con­tin­ues to Search for Humans even after No One is Left on the Earth”, so pes­simistisch geht der Film los. Irgend­was sei mit dem Uni­ver­sum passiert, bald würde es nichts mehr geben. Es ist die Stimme eines Mäd­chens, die zu hören ist. Und dann zählt eine Stimme Dinge auf, die es 2022 noch gab, aber vielle­icht nicht mehr in 20.000 Jahren: Büch­er, Kör­p­er, Geschlechter, die Erde mit ihren Ele­menten. Der Heimweg, ver­schiedene Län­der, Sprachen, Gefüh­le, Kriege.

Und dann begin­nt Teil 1: Die Zukun­ft, der let­zte Men­sch auf Erden und der zukün­ftige Men­sch, der die Erde erin­nern wird, heißt es im Zwis­chen­ti­tel. Und wir sehen einen Men­schen, der etwas schleppt und schaufelt, am Strand, wir sehen ihn aus der Vogelper­spek­tive. Ist er klein­wüch­sig? Was bud­delt er, was baut er? Er trinkt, legt sich hin, macht Feuer. Dann: Son­der­bare Geräusche, ein Mäd­chen in weißem Gewand. Yui stiege zur Erde herab, heißt es im Zwis­chen­ti­tel. Wo sind alle? Yui irrt umher und begutachtet, was sie so sieht. Ist sie allein­ge­lassen wor­den? Sie irrt durch einen Nebel­wald. Dann stößt sie auf den klein­wüch­si­gen Mann am Strand, der vor ihr erschrickt. Daraufhin bauen die bei­den zusam­men am Strand herum.

Schließlich fol­gt Teil 2, „Future Jomon”, kurz nach­dem die Men­schheit die Erde ver­lassen hat. Mond und Sonne nen­nen sich ein Mann und eine Frau. Sehr apoka­lyp­tis­che sieht die Welt aus. Vom Meer habe sie geträumt, erzählt sie.

„In ein­er fer­nen Zukun­ft hat sich die Men­schheit in zwei Grup­pen ges­pal­ten: die ‚Off­shoot’, die auf­grund der erschöpften Ressourcen der Erde ins All flo­hen und dort weit­er­lebten, sowie die ‚Remained’, die auf der Erde zurück­blieben”, erzählt mir der Presse­heft­text. Während die ‚Off­shoot’ im Wel­traum dank hochmod­ern­er Tech­nolo­gie auf­blüht­en, schwindet die Zahl der ‚Remained’ auf der Erde allmäh­lich; sie fris­ten ihr Dasein kaum über­lebens­fähig von den weni­gen verbliebe­nen Ressourcen. Sowohl die ‚Off­shoot’, die die Erde ver­loren haben, als auch die ‚Remained’, die auf der Erde immer weit­ere ihrer Gefährten ver­lieren, teilen ein tiefes Gefühl der Ein­samkeit. Ihr starkes Ver­lan­gen nach Ver­bun­den­heit find­et schließlich eine Res­o­nanz in der Ein­samkeit der heuti­gen Zeit.”

Etwas philosophis­ch­er äußert sich der Fes­ti­val­text: „Was ist Zeit? Was bedeutet Ewigkeit? Und was bleibt von der Men­schheit, wenn es ein­mal keine Men­schen mehr gibt? In mal exper­i­mentellen, mal absur­den Episo­den aus der Gegen­wart, aus der nahen und der fer­nen Zukun­ft erzählt Regis­seurin Yok­na HASEGAWA vom Leben auf dem Plan­eten Erde und darüber hin­aus. Ihre Fig­uren grü­beln über Ein­samkeit und Ver­bun­den­heit, über die materiellen Dinge, die nach Katas­tro­phen zurück­bleiben, und über das Spir­ituelle, nach dem sie sich sehnen.”

Ich muss geste­hen, ich bin irgend­wann aus­gestiegen. Ein ver­rät­sel­ter, dur­chaus, wie der Fes­ti­val­text urteilt, bildge­waltiger Film. Ich akzep­tiere gerne, dass es an mir liegt, dass ich mit diesem Film lei­der nichts anfan­gen kann.

https://db.nipponconnection.com/de/event/1991/cosmo-corpus

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