SPUREN DER BESTIE (TRAIL OF THE BEAST) beim goEast Filmfestival in Wiesbaden

SPUREN DER BESTIE (TRAIL OF THE BEAST) beim goEast Film­fes­ti­val in Wies­baden

ENGLISH VERSION BELOW

Bel­grad, Jugoslaw­ien im Jahr 1979. Jugoslav Buci­lo ist Jour­nal­ist im kom­mu­nis­tis­chen Jugoslaw­ien, wenige Monate vor Titos Tod. Buci­lo recher­chiert den Fall des ver­mis­sten ehe­ma­li­gen Stu­den­ten­führer Aljoša Josić. Auf dem Land ist die Polizei auf der Suche nach Wilder­ern. Dabei wird in ein­er Höh­le die Leiche eines Geheim­di­en­st­mi­tar­beit­ers, Vuk Babic, gefun­den. Mit seinem roten VW Käfer macht Buci­lo sich auf dem Weg in die Prov­inz, um dem Fall nachzuge­hen – und den eines ange­blichen Suizids des Pro­fes­sors Korac ganz in der Nähe. Schon unter­wegs bekommt er Ärg­er, als er einen Polizeikon­voi auf der engen Gebirgsstraße aufhält. Vuk Babics Tod scheint eine wichtige Angele­gen­heit zu sein, er hat­te wohl einen engen Fre­und in hohen Geheim­di­en­stkreisen: den Geheim­di­en­stler Blago­je Josić. Dieser ist aber nicht nur der Vater der Ehe­frau des Ermorde­ten, son­dern auch der Vater eben jenes tatverdächti­gen Wilder­ers: Aljoša Josić. Der örtliche Ermit­tler Yelenko ist harte Ermit­tlungsmeth­o­d­en gewohnt, doch Blago­je Josić hat ein Hüh­nchen mit ihm zu rupfen – schließlich ist er auch davon überzeugt, dass sein Sohn zwar ein Nicht­snutz aber doch unschuldig ist. Buci­lo macht sich zunächst an die Recherche über den Tod des Pro­fes­sors. Einiges scheint dubios und eher nicht auf einen Suizid hinzuweisen. Trotz des Ärg­ers, den Buci­lo immer wieder bekommt, find­et er allmäh­lich her­aus, dass so gut wie alle beteiligten Per­so­n­en Leichen im Keller haben. Aber immer­hin find­et er einen Lokaljour­nal­is­ten, der ihm bei seinen Recherchen zur Seite ste­ht.

Nenad Pavlović gelingt ein mitreißen­der Debüt­film über Macht, Kor­rup­tion und Ver­tuschung vor dem his­torischen Hin­ter­grund des Endes der Tito-Zeit Jugoslaw­iens. Es ist ein großer Gen­re­film mit Schauw­erten, alleine die Far­ben ver­set­zen einen überzeu­gend in die Siebziger Jahre. Und neben all dem Pes­simis­mus und all der Gesellschaft­skri­tik, die der Film uns ver­mit­telt, erken­nt man immer wieder zarte Spuren von Ironie und Sarkas­mus, in Kom­bi­na­tion mit der Film­sprache des Film Noirs.

TRAIL OF THE BEAST
TRAG DIVLJAČI

Regie: Nenad Pavlović
Ser­bi­en, 2022
Drehbuch: Nenad Pavlović, Živo­jin Pavlović, Dim­itri­je Vojnov, Djord­je Milosavl­je­vić
Kam­era: Bojana Andrić
Schnitt: Dejan Uroše­vić
Musik: Fil­ip Mitro­vić
Ton: Alek­san­dar Pro­tić
Beset­zung: Radi­vo­je Bukvić, Pre­drag ‚Miki’ Mano­jlović, Nada Šar­gin, Miloš Tim­o­ti­je­vić, Dra­gan Bjel­o­gr­lić, Mile­na Pavlović
Pro­duk­tion: Miloš Avramović, Tat­jana Žeželj Gojković
Pro­duk­tions­fir­ma: Režim
Co-Pro­duk­tions­fir­ma: Film Dis­trict, Kine­matograf­s­ka kuća, Telekom Srbi­ja

ENGLISH VERSION

Bel­grade, Yugoslavia in 1979. Jugoslav Buci­lo is a jour­nal­ist in com­mu­nist Yugoslavia a few months before Tito’s death. Buci­lo research­es the case of miss­ing for­mer stu­dent leader Aljoša Josić. In the coun­try­side, the police are on the look­out for poach­ers. The body of a secret ser­vice employ­ee, Vuk Babic, is found in a cave. In his red VW Bee­tle, Buci­lo makes his way to the provinces to inves­ti­gate the case – and that of the alleged sui­cide of Pro­fes­sor Korac near­by. On the way he gets into trou­ble when he stops a police con­voy on the nar­row moun­tain road. Vuk Babic’s death seems to be an impor­tant mat­ter, he prob­a­bly had a close friend in high intel­li­gence cir­cles: the intel­li­gence offi­cer Blago­je Josić. This is not only the father of the mur­dered man’s wife, but also the father of the sus­pect­ed poach­er: Aljoša Josić. Local detec­tive Yelenko is used to tough inves­tiga­tive meth­ods, but Blago­je Josić has a bone to pick with him – after all, he also believes his son is a good-for-noth­ing but inno­cent. Buci­lo begins by research­ing the professor’s death. Some things seem dubi­ous and rather do not indi­cate a sui­cide. Despite the trou­ble Buci­lo keeps get­ting in, he grad­u­al­ly finds out that pret­ty much every­one involved has skele­tons in the clos­et. But at least he finds a local jour­nal­ist to help him with his research.

Nenad Pavlović suc­ceeds in mak­ing a thrilling debut film about pow­er, cor­rup­tion and cov­er-ups against the his­tor­i­cal back­ground of the end of Yugoslavia under Tito. It’s a great genre film with show val­ues, the col­ors alone trans­port you con­vinc­ing­ly to the sev­en­ties. And in addi­tion to all the pes­simism and all the social crit­i­cism that the film con­veys to us, there are always sub­tle traces of irony and sar­casm, in com­bi­na­tion with the cin­e­mat­ic lan­guage of film noir.

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