KURZKRITIKEN zur 75. Berlinale

© Inter­na­tionale Film­fest­spiele Berlin / Clau­dia Schramke, Berlin, Key Visu­al 2025

GROWING DOWN / MINDEN RENDBEN von Bálint Dániel Sós in Per­spec­tives bei der Berli­nale

Sán­dor ist ver­witwet. Doch er hat eine neue Fre­undin gefun­den und mit ihr Halt und Gebor­gen­heit, vielle­icht auch für seinen Sohn, den der Tod sein­er Mut­ter sehr mitgenom­men hat. Doch eines Tages muss Sán­dor mit anse­hen, wie sein Sohn die Tochter sein­er Lebens­ge­fährtin in ein leeres Schwimm­beck­en stößt. Oder hat er es nicht genau genug gese­hen? Jeden­falls tut er alles, um die Schuld von seinem Sohn fernzuhal­ten. Doch das Lügenge­bäude, das er dazu kon­stru­iert, dro­ht bald einzustürzen. MINDEN RENDBEN ist der erste abend­fül­lende Spielfilm des Regis­seurs, Drehbuch- und Prosaau­tors Bálint Dániel Sós, ein berühren­des in mat­tem Schwarzweiß gehaltenes Werk um die möglicher­weise ver­meintliche Schuld eines Kindes.

von Bálint Dániel Sós (Regie, Buch), Gergő V. Nagy (Buch) mit Szabolcs Haj­du, Ágos­ton Sáfrány, Anna Hay, Zon­ga Jakab-Aponyi, Zsó­fia Szamosi

85′, Ungarn 2025, Farbe & Schwarz-Weiß, Ungarisch, Unter­ti­tel: Englisch, Welt­premiere, Debüt­film

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MICKEY 17 von Bong Joon Ho

Der neue Film vom Par­a­site-Regis­seur Bong Joon Ho bei der Berli­nale 2025, ist eine Sci­ence-Fic­tion-Komödie. Mick­ey Barnes ist ein “Expand­able” auf einem Raum­schiff, ds zu einem Plan­eten unter­wegs ist. Der Him­mel­skör­p­er ist uner­forscht, die Mis­sion gefährlich. Aber das ist Mick­eys Auf­gabe. Und sollte etwas passieren, so würde ein­fach ein Bio­print, eine Kopie von ihm ange­fer­tigt. Prompt bleibt er auf dem Plan­eten in ein­er Gletsch­erspalte steck­en. Für tot wird er erk­lärt, ist er aber nicht. Die neue Ver­sion wird gedruckt, aber nun ist er ja noch am Leben…

Eine krasse Sci­ence-Fic­tion- und Gesellschaftssatire mit unzäh­li­gen aktuellen Anspielun­gen, absurd, bunt, schräg, voller Lach­er, aktueller geht’s kaum.

Regie: Bong Joon Ho. Mit Robert Pat­tin­son, Nao­mi Ack­ie, Steven Yeun, Toni Col­lette, Mark Ruf­fa­lo. USA / Süd­ko­rea / Vere­inigtes Kön­i­gre­ich 2024

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ISLANDS von Jan-Ole Ger­ster

Fuerteven­tu­ra, Kanarische Inseln. Tom (Sam Riley) lebt von ver­gan­genen Zeit­en und seinem schwinden­den Ruhm als mit­telmäßiger Ten­nis­profi, der aber, das sind die Geschicht­en die alle immer noch gerne hören wollen, ein­mal gegen einen der großen mehrere Asse hin­tere­inan­der schla­gen kon­nte. Heute gibt er in ein­er Hote­lan­lage Ten­nisun­ter­richt und ver­sucht die Fas­sade aufrechtzuer­hal­ten, die aber seine Alko­hol­sucht und seine Obdachlosigkeit nur schw­er verdeck­en kann. Mal pen­nt er im Wüsten­sand, mal im Auto, ständig in Gefahr seine Ter­mine zu ver­pen­nen. Immer­hin ist er noch attrak­tiv genug, dass er hin und wieder eine der Touristin­nen im All-Inclu­sive-Hotel aufreißen kann und dann bedeu­tungslosen Sex mit ihr hat. Doch eines Tages tauchen Anne (Sta­cy Mar­tin), ihr Mann Dave (Jack Far­thing) und ihre Sohn Anton (Dylan Torell) als Touris­ten in der Anlage auf. Schon als Anne aus dem Flughafen­bus aussteigt, mustert sie Tom inten­siv. Es ergibt sich, dass Tom nicht nur dem Sohn Ten­nisun­ter­richt gibt, son­dern er lässt sich auch darauf ein, für die Fam­i­lie den Reise­leit­er für einen Tag zu spie­len, spür­bar spielt dabei Annes Attrak­tiv­ität eine Rolle. Die vier ver­brin­gen einen entspan­nten Tag zusam­men, schauen sich einiges an, was es auf der Insel so zu sehen gibt, beina­he fre­un­det man sich an, zumin­d­est wirkt das so. Abends geht Anne früh ins Bett und Dave kommt auf die Idee, mit Tom noch in den nahegele­ge­nen Club zu gehen, um dort zu trinken und rumzuschäk­ern. Doch am näch­sten Mor­gen meldet sich Anne besorgt: Dave ist ver­schwun­den, nicht wieder im Hotelz­im­mer aufge­taucht. Was ist passiert?

Jan-Ole Ger­ster erzählt einen bril­lanten Thriller, der immer wieder mit Andeu­tun­gen und Anspielun­gen arbeit­et, einen lange im Ungewis­sen lässt, über­raschende Wen­dun­gen bietet und dabei mit einem überzeu­gen­den Cast und ein­er flir­ren­den Loca­tion eine span­nen­den Film erzählt — in einem Inter­view sagt Ger­ster, er habe irgend­wo den Gen­re­be­griff Vaca­tion-Noir aufgeschnappt.

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Meine Berli­nale-Filme 2025:

Kaj ti je dek­li­ca (Lit­tle Trou­ble Girls) von Urš­ka Djuk­ić ☆☆☆,5
Das Licht von Tom Tyk­w­er ☆☆☆
Min­den Rend­ben / Grow­ing Down von Bálint Dániel Sós ☆☆☆
El Dia­blo Fuma von Ernesto Martínez Bucio ☆☆☆
Kein Tier. So Wild. von Burhan Qur­bani ☆☆☆
Hot Milk von Rebec­ca Lenkiewicz ☆☆
Mit der Faust in die Welt schla­gen von Con­stanze Klaue ☆☆☆,5
A com­plete unknown von James Man­gold ☆☆☆☆
Köln 75 von Ido Fluk ☆☆☆,5
Mick­ey 17 von Bong Joon Ho ☆☆☆
Ari von Léonit Ser­raille ☆☆☆,5
Heldin von Petra Volpe ☆☆☆☆
Islands von Jan-Ole Ger­ster ☆☆☆,5
La tour de glace von Lucile Hadži­halilović ☆☆
O ulti­mo azul von Gabriel Mas­caro ☆☆☆☆
If I had legs I’d kick you von Mary Bron­stein ☆☆☆,5
Was Marielle weiß von Frédéric Ham­balek ☆☆☆☆
After this death von Lucio Cas­tro ☆☆☆,5
The nar­row road to the deep north von Justin Kurzel ☆☆☆
Blue Moon von Richard Lin­klater ☆☆☆☆
El Men­saje von Iván Fund ☆☆☆
Kon­ti­nen­tal ’25 von Radu Jude ☆☆☆,5
Yunan von Ameer Fakher Eldi ☆☆☆
Drom­mer von Dag Johan Haugerud ☆☆☆☆
La Cache von Lionel Baier ☆☆☆
Geu jayeoni nege mwor­a­go hani von Hong Sang­soo ☆☆☆,5
Strich­ka cha­su von Katery­na Gornos­tai ☆☆☆☆
Lurk­er von Alex Rus­sell ☆☆☆
Zhi Wu Xue Jia von Jing Yi ☆☆☆☆

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